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Shimon Peres

Seit Jahren ist Shimon Peres eine prominente Figur in der israelischen und internationalen Politik. Er war Verteidigungsminister, Außenminister, Finanzminister, Premierminister und ist seit 2007 Präsident Israels. 1923 in Visnieva / Wischnewa (damals Polen, dann Sowjetunion, heute Weißrussland) geboren, wanderte er als Kind mit seiner Familie 1932 nach Palästina aus, das damals britisches Mandatsgebiet war. Sein Vater war bereits zwei Jahre zuvor dorthin ausgewandert, um Arbeit zu suchen, und holte seine Frau und Kinder nach. In Palästina schloss Shimon Peres seine Schulausbildung ab, besuchte anschließend eine Landwirtschaftsschule und lebte in einem Kibbuz. Bereits während seiner Jugendjahre schloss Peres sich einer zionistischen Bewegung an. 1947 trat er in die paramilitärische „Haganah“ ein, der Vorgängerin der späteren israelischen Armee. Nach der Unabhängigkeitserklärung von 1948 blieb er bei der Armee und schlug eine Laufbahn in der Militärveraltung ein. Dabei wurde er von David Ben-Gurion gefördert. Shimon Peres sollte den Aufbau der israelischen Streitkräfte mitorganisieren. Das israelische Verteidigungsministerium schickte ihn 1950 als Mitglied einer Delegation in die USA, wo er an der Harvard University in Cambridge / Massachusetts und an der „New York School for Social Research“ studierte und Kenntnisse zur Organisation und Verwaltung staatlicher Institutionen erwarb. Diese Kenntnisse konnte er bei seiner Rückkehr in Israel gleich umsetzen: 1953 wurde er „Director General of the Defense Ministry“ (Staatssekretär im Verteidigungsministerium). Während seiner Zeit beim Militär und im Verteidigungsministerium arbeitete er oft mit Moshe Dayan zusammen. Shimon Peres teile die Auffassung David Ben-Gurion s, dass Israel eine starke Armee, Marine und Luftwaffe haben und über Atomwaffen verfügen müsse. Dementsprechend setzte er sich Kraft seines Amtes für die Aufrüstung Israels ein. Während des Suezkrieges von 1956 war Shimon Peres einer der führenden Köpfe in der Armeeführung. Er war für die Feldzüge im Sinai mitverantwortlich. Obwohl schon lange politisch aktiv, wurde er erst 1959 in die Knesset , das israelische Parlament, gewählt. Shimon Peres war wie David-Ben Gurion, Moshe Dayan, Golda Meir und viele andere führende Persönlichkeiten des frühen Israel Mitglied in der zionistisch-sozialistischen Arbeiterpartei „Mapai“. Später wurde er Mitglied ihrer Nachfolgeorganisation, der „Labor Party“, die ein Zusammenschluss mehrerer a href='//heiliges-land/beruehmte-persoenlichkeiten/yitzhak-rabin.htm' target='_blank' er Parteien war. Doch im Jahre 2005 wechselte er das politische Lager und wurde Mitglied der neu gegründeten liberalen Partei „Kadima“. Insgesamt war Peres 48 Jahre Abgeordneter der Knesset. Damit war er länger im Parlament als jeder andere Israeli. Kaum einer hat so viele hohe Regierungsämter angetreten wie Shimon Peres. Von 1959 bis 1965 war er stellvertretender Verteidigungsminister unter David Ben-Gurion, in den Jahren 1974 bis 1977 offizieller Verteidigungsminister. Anderer Ministerämter hatte er nur für relativ kurze Zeit inne. So diente er von 1984 bis 1986 sowie von 1995 bis 1996 als Premierminister, 1988 bis 1990 als Finanzminister sowie von 1986 bis 1988 und 2001 bis 2002 als Außenminister. Das Amt des Premierministers hatte Shimon Peres 1995 angetreten, nachdem sein Vorgänger, Yitzhak Rabin , von einem radikal-religiösen israelischen Fundamentalisten auf einer Friedenskundgebung erschossen worden war. Ein Jahr zuvor, im Jahre 1994, waren Shimon Peres sowie der Vertreter der palästinensischen Autonomiegebiete Jassir Arafat und der damalige israelische Premierminister Yitzhak Rabin für ihre Bemühungen zur friedlichen Lösung des Israel-Palästina-Konflikts mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden. Die Friedensbemühungen, die zum Osloer Friedensabkommen und dessen Bestätigung in Kairo 1994 führten, ermöglichten den Abzug der israelischen Truppen aus den palästinensischen Autonomiegebieten und den Aufbau einer eigenen palästinensischen Sicherheits- bzw. Polizeitruppe. Am 13. Juni 2007 wurde Shimon Peres in zwei Wahlgängen zum Staatspräsidenten Israels gewählt.

Autor dieses Artikels:

M.Hüneburg