Netanya (Netanja)

 

Netanya Weg zum Strand
Strand und Parklandschaft in Netanya

Zu den beliebtesten und meistbesuchten Ferienorten an der israelischen Mittelmeerküste gehört die Stadt Netanya. Berühmt sind die langen und belebten Strände sowie die Uferpromenade entlang der hohen Klippe.

Etwa dreißig Kilometer nördlich der Metropole von Tel Aviv-Jaffa liegt Netanya. Obwohl die Stadt erst 1928 als landwirtschaftliche Genossenschaftssiedlung gegründet wurde, ist Netanya heute mit mehr als 180.000 Einwohnern eine Großstadt. Das Stadtbild der expandierenden Küstenmetropole ist geprägt durch ihre Skyline von Hotels und modernen Hochhausgebäuden.

Der mehr als zehn Kilometer lange Strand von Netanya ist wegen seiner Sanddünen und bis zu dreißig Meter hohen Klippe etwas Besonderes. Von der Uferpromenade hat man eine hervorragende Aussicht aufs Meer, und man kann weit über den langen Strand schauen. Er ist sehr beliebt und belebt. Wegen der unmittelbaren Nähe zur Großstadt ist das Wasser im Strandbereich nicht immer von allersauberster Qualität. Dafür ist bestens für Entertainment und Stranderholung gesorgt. Die Hotels und der Tourismusbetrieb sind eine wichtige Einnahmequelle der Stadt. Deswegen wird sehr viel Wert auf Kultur und Unterhaltung gelegt. Sowohl Familien als auch junge Leute mit Partylaune kommen auf ihre Kosten. Viele der internationalen Bade- und Strandgäste kommen aus Frankreich. Die Mehrheit der strandhungrigen Sonnenanbeter in Netanya sind jedoch die Israelis selbst.

Die meisten Hotels reihen sich entlang der Küste oberhalb der Klippe. Oft sind es Hochhäuser und Bettenburgen, die jedoch Zimmer mit Meerblick anbieten. Zwischen den Hotels und dem Strand sind entlang der Kippe schöne Park- und Gartenanlagen angelegt, die das subtropische mediterrane Flair der Stadt unterstreichen. Spaß macht der Gang vom Hotel zum Strand, weil die hervorragend angelegten Wege und Treppen durch die gepflegten Parkanlagen und Klippenlandschaften führen. So eröffnet sich dem Gast jeden Morgen ein schöner Anblick durch das Grün aufs Meer und weckt mit einer belebenden Brise die Freude auf einen schönen Strandtag. An einer Stelle gibt es einen modernen Fahrstuhlturm mit Aussichtsplattform. So kann man auch mit Gehbehinderung die Klippe zum Strand hinuntergelangen.

Netanya ist sehr liberal und weltoffen. Ähnlich wie in Tel Aviv, bietet auch Netanya gerade jungen Menschen ein buntes Nacht- und Partyleben. Die Atmosphäre der abendlichen Stadt ist sehr ausgelassen. Strandpartys sind sehr beliebt. Die jungen Israelis feiern insbesondere im Sommer gerne bis zum Morgengrauen. Wer ein Hotel zur Ruhe und Entspannung oder zum erholsamen Familienurlaub sucht, sollte sich vor der Buchung nach der Lage und der Lautstärke in der Umgebung erkundigen.

Der Name Netanya bedeutet „Geschenk Gottes“. Doch die Herkunft des Namens geht auf einen gewissen Nathan Straus (1848 bis 1931) zurück, einem reichen Amerikaner jüdisch-deutscher Herkunft, der einen großen Teil seines Vermögens der Förderung jüdischer Siedlungen stiftete.

Ausflüge in die nähere Umgebung:

Nur rund 15 Kilometer südlich von Netanya liegt die Stadt Herzliya (Herzlija, Herzliyya). Auch sie ist ein beliebter Urlaubsort mit schönen Stränden. Herzliya wurde wie Netanya ursprünglich als landwirtschaftliche Genossenschaftssiedlunge gegründet. Doch seit ihrer Gründung im Jahre 1924 ist die Bevölkerung auf rund 90.000 Einwohner gestiegen. Benannt wurde sie zu Ehren von Theodor Herzl , dem Begründer der Zionistischen Bewegung. Auf dem Weg nach Herzliya kommt man an Arsuf (Name der Ruinenstätte: hebr.: Tel Arshaf, arab.:Tell Arshaf) vorbei. Es handelt sich hierbei um die Ruinen des antiken Apollonia (in byzantinischer Zeit Sozusa und zur Zeit der Kreuzfahrer Arsur genannt). Der alte semitische Name Arschuf stammt aus der Zeit der Stadtgründung im frühen ersten Jahrtausend v. Chr. Die hier lebenden Kanaanäer benannten die Stadt nach der Gottheit Reschef, die zu jener Zeit an mehren Orten in der Levante und sogar in Ägypten verehrt wurde. Die Stadt Arschuf war von Anfang an eine Hafen- und Handelsstadt. Später übernahmen die Phönizier die Stadt. In hellenistischer Zeit wurde die Stadt Apollonia genannt, weil die Griechen den vorderasiatischen Gott Reschef mit ihrem Gott Apollon identifizierten. Sehenswert sind die alten Ruinen der Kreuzfahrerfestung. Die Stadt war Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Kreuzrittern und Arabern. Nach der Eroberung Jerusalem s im Jahre 1099, wandten sich die Kreuzfahrer unter anderem Arsuf zu. Doch die geplante Eroberung der Hafenstadt misslang zunächst. Daraufhin erfolgte eine lange Belagerung. Schließlich wurde die Stadt ausgehungert, bis die Bewohner sich im Jahre 1100 ergaben. Zunächst war die arabische Stadt nur unterworfen und tributpflichtig gemacht worden. Doch ein Jahr später wurde sie wieder von Kreuzfahrern angegriffen und diesmal komplett erobert. Im Jahre 1191 fand bei Arsuf eine große Schlacht zwischen den Heeren von Richard Löwenherz und Sultan Saladin statt, die die Kreuzritter für sich entscheiden konnten. Die heute noch bestehenden Ruinen der Kreuzfahrerfestung stammen größtenteils aus dem 13. Jahrhundert. Neben den Ruinen aus der Kreuzfahrerepoche wurden auch antike Stadtanlagen und Gebäude ausgegraben.

Im Hinterland von Netanya erstreckt sich eine Küstenebene, die Sharonebene genannt wird. Die Gegend ist von intensiver Landwirtschaft geprägt. Hauptsächlich werden Zitrusfrüchte und Gemüse angebaut.

Weitere Ausflugsmöglichkeiten:

Netanya liegt wie Tel Aviv – geographisch gesehen – auf mittlerer Höhe der israelischen Mittelmeerküste und ist bestens ans Verkehrsnetz angeschlossen. Daher sind fast alle Orte und Sehenswürdigkeiten in Israel und den palästinensischen Gebiete problemlos per Tagesausflug erreichbar, d.h. wenn man morgens früh aufbricht und abends spät zurückfährt, kann man das Land erkunden, ohne in einem anderen Hotel übernachten zu müssen. Ausgenommen sind der südliche Negev und Eilat , für die ein Tagesausflug zu kurz ist Somit ist Netanya der ideale Urlaubsort, um Ferientage am Strand mit Ausflügen und Besichtigungstouren durch das Heilige Land zu verbinden ohne eine Rundreise mit häufigem Hotelwechsel buchen zu müssen Die Besichtigungstouren müssen nicht von vornherein bei der Reisebuchung geplant werden. Auch vor Ort in den Hotels und in den Touristeninformationszentren werden alle möglichen Tagesausflüge angeboten. Meistens handelt es sich um Fahrten mit dem klimatisierten Reisebus. Die Touren beginnen sinnvoller Weise sehr früh am Morgen. Aber auch mit dem Mietwagen kann man bestens das Land erkunden. Nach Jerusalem sind es mit dem Auto etwa 100 Kilometer Wegstrecke, für die man je nach Verkehr etwa eineinhalb Stunden Fahrtzeit einplanen muss. Nach Masada am Toten Meer dauert die Fahrt etwa doppelt so lange. Für die Fahrt nach Nazareth muss man etwa eine Stunde und zum See Genezareth etwa eineinhalb Stunden berechnen. Ideal für einen Halbtagesausflug sind die berühmten Ruinen in Caesarea . Sie liegen nur 25 Kilometer nördlich von Netanya und sind in 25 bis 30 Minuten erreichbar.

Autor dieses Artikels:

M.Hüneburg