Nahariya (Naharija)

Nahariya ist ein beliebter Bade- und Urlaubsort an der Mittelmeerküste nördlich von Haifa und Akko mit schönen Stränden und einer belebten Uferpromenade. Besonders Israelis aus den Städten des Innlandes kommen hierher, um ein erholsames Wochenende oder Ferien am Meer zu verbringen.

Ursprünglich war Nahariya eine landwirtschaftliche Genossenschaftssiedlung jüdischer Siedler deutscher Herkunft. Heute ist Nahariya zu einer Stadt mit rund fünfzigtausend Einwohnern herangewachsen. Sie ist die nördlichste Küstenstadt Israels. Die Grenze zum Libanon ist nur zehn Kilometer entfernt.

Unter Badetouristen ist Nahariya hauptsächlich wegen der schönen, breiten und sauberen Strände bekannt. Das Wasser ist bei guten Witterungsbedingungen relativ klar. Der Hauptstrand von Nahariya befindet sich direkt vor der Uferpromenade. Standcafés und Bars laden zum Verweilen ein. An manchen Stellen ragen dunkle Felsbrocken aus dem Wasser und Sandstrand. Ideal zum Schwimmen und Sonnenbaden ist auch der „Galei Galil Beach“ im Norden. Er ist infrastrukturell an die Bedürfnisse der Badegäste bestens angepasst. Es gibt Schwimmbäder und Duschen, um sich vom Salzwasser zu reinigen. Kinder können ausgelassen auf Spielplätzen herumtoben. Überhaupt ist Nahariya ein familienfreundlicher Ferienort. Hier wird es niemals langweilig. Neben den zahlreichen Strandaktivitäten kommen auch Wassersportler beim Surfen und Segeln auf ihre Kosten. An der Uferstraße warten Pferdekutschen auf Touristen, die sich gern bei einer Rundfahrt die Stadt zeigen lassen.

Nahariya hat ein touristisches Abend- und Nachtleben mit Tanz und Musik, Bars und Restaurants. Deshalb kann es in der Nähe der zentralen Uferpromenade und der großen Hotels abends auch mal etwas lauter sein.

Umgebung von Nahariya

Von Nahariya aus sind es nur rund 19 Kilometer bis zur historisch bedeutsamen Hafen- und Kreuzritterstadt Akko sowie etwa 30 Kilometer bis nach Haifa. Das Hinterland der Stadt ist von bewaldeten Hügeln geprägt.

Rund 14 Kilometer östlich von Nahariya liegt der Kibbuz Yehiam (Yehi’am) mit den Ruinen einer großen mittelalterlichen Kreuzritterburg. Der Kibbuz hat sich mit seinen schönen Parkanlagen und der historischen Stätte dem Tourismus angepasst und bietet Gästezimmer an. Das Gelände der Kreuzfahrerburg wurde wegen seiner spektakulären Ruinen zum Nationalpark erklärt. Die Burg stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde nach Vertreibung der Kreuzfahrer zuerst verlassen, dann im 18. Jahrhundert wieder aufgebaut und neu befestigt. Doch viele Gebäudeteile stammen noch aus dem Mittelalter. Auf halber Strecke zwischen Nahariya und Yehiam liegt der Kibbiz Kabri mit seinen natürlichen Quellen. Auf seinem Gelände haben israelisch-deutsche Ausgrabungen Palast- und Stadtanlagen sowohl aus der Bronzezeit (Zeit der Kanaanäer) als auch aus phönizischer Zeit freigelegt (Ruinen von Tel Kabri). Eine archäologische Sensation war die Entdeckung von Fresken mit minoischen Motiven aus der Mitte des zweiten Jahrtausend v. Chr. Sie belegen den frühen Handelskontakt und kulturellen Austausch mit der Ägäis.

Beliebtes Ausflugziel sind die Kreidefelsen von Rosh Hanikra. Sie erheben sich an der Küste kurz vor der Grenze zum Libanon. Hier schlagen die Wellen des Mittelmeeres unmittelbar auf die Felsen und haben im Laufe der Jahrhunderttausende tiefe Grotten und Höhlen aus dem Fels gewaschen. Mit einer Seilbahn fährt man hinunter zum Eingang der direkt am Ufer gelegenen Grottensysteme. Angeblich soll schon Alexander der Große auf seinem Marsch nach Palästina und Ägypten 332 v. Chr. einen Tunnel durch die Felsen geschlagen lassen haben.

Nur wenige Kilometer vor der nördlichen Stadtgrenze von Nahariya befindet sich der Ort Akhziv (sprich: Achsiv). Hier wurde ein Nationalpark eingerichtet, um die historischen Ruinen von Tel Akhziv und die schöne Küstenlandschaft zu schützen und zu würdigen. Die meisten alten Gebäudereste der historischen Stätte stammen von einem alten arabischen Dorf, das auf den Ruinen älterer Siedlungen aus kanaanäischer und phönizischer Zeit stand.

Autor dieses Artikels:

M.Hüneburg