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Moshe Dayan

Zweiter Weltkrieg: Alliierte Truppen marschieren von Palästina in den Libanon. Moshe Dayan greift nach seinem Fernglas, um die feindlichen Stellungen zu beobachten. Dann fällt ein Schuss. Die Kugel trifft sein Fernglas. Dayan verliert sein linkes Auge… Der Mann mit der Augenklappe war das prominenteste Gesicht des israelischen Militärs. Später wurde er Außenminister und Verteidigungsminister. 1978 vertrat er Israel bei den Verhandlungen von Camp David, die zum ägyptisch-israelischen Friedensabkommen führten. Im Gegensatz zu David Ben-Gurion und Golda Meir war Moshe Dayan in Palästina geboren (1915) und aufgewachsen. Seine Kindheit verbrachte er in einem Kibbuz am See Genezareth. Die Eltern waren wenige Jahre zuvor aus dem Russischen Reich eingewandert.Bereits als vierzehnjähriger Teenager schloss er sich einer zionistischen paramilitärischen Untergrundbewegung an. Er galt als intelligent, wagemutig und träumte von einem unabhängigen israelischen Staat. Weil er gegen die britische Besatzungsmacht in Palästina agitierte, saß er von 1939 bis 1941 im Gefängnis. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er als militärischer Anführer in einem Freiwilligenregiment auf Seiten der Alliierten im Libanon.Unmittelbar nach der israelischen Unabhängigkeitserklärung von 1948 griffen die benachbarten arabischen Länder den neu gegründeten Staat an. Moshe Dayan war als aktiver Soldat am Krieg beteiligt und kommandierte ein komplettes Bataillon. Im Verlauf des Krieges leitete er mehrere Missionen. David Ben-Gurion vertraute ihm das militärische Kommando über die israelisch kontrollierten Teile Jerusalem s an. Wegen seiner umfangreichen militärischen Erfahrungen wurde er 1953 von Ben-Gurion zum Generalsstabschef und Oberkommandierenden der israelischen Armee ernannt. Dayan war es, der Ben-Gurions Pläne zur Modernisierung und zum Ausbau der israelischen Streitkräfte umsetzte. Er war einer der maßgeblichen Strategen für die Feldzüge während Suezkrieges von 1956.1959 schied er aus dem aktiven Dienst bei der Armee aus, blieb jedoch der Politik erhalten. Zunächst Minister für Landwirtschaft, wurde er 1967 Verteidigungsminister. Wegen der außerordentlichen militärischen Erfolge während des Sechstagekrieges von 1967, bei dem die israelischen Truppen mit geringen Verlusten die komplette Sinaihalbinsel eroberten, gewann er in der israelischen Öffentlichkeit hohes Ansehen. Allerdings musste er herbe Kritik für militärische Fehlentscheidungen während des Jom-Kippur-Krieges einstecken. 1974 gab er sein Amt auf.1977 trat Moshe Dayan erneut ein wichtiges Amt an. Diesmal wurde er von Premierminister Menachem Begin zum Außenminister berufen. Als solcher leitet er die Verhandlungen mit Ägypten, die zum Friedensabkommen von Camp David führten. 1979 trat er zurück, weil er mit der israelischen Siedlungspolitik im Westjordanland nicht einverstanden war. 1981 starb Moshe Dayan an Krebs.

Autor dieses Artikels:

M.Hüneburg