Sprache in Israel

Die wichtigsten Umgangsprachen sind Hebräisch und Arabisch. Das moderne Hebräisch (Ivrit / Iwrit) ist vom alten Bibelhebräisch abgeleitet und mit einem modernen Wortschatz erweitert worden. Hierbei leisteten die aus Europa eingewanderten Hebräischgelehrten eine unglaubliche Arbeit. Das Problem war, dass das Hebräische seit Jahrhunderten als Umgangssprache ausgestorben, aber als religiöse Sprache im Gottesdienst noch lebendig war. Somit war eine altertümliche Sprache konserviert worden, die für die Erfordernisse der modernen Gesellschaft erweitert werden musste. Mittlerweile ist Hebräisch schon so im Alltag der Menschen verankert, dass sich, wie bei anderen Sprachen auch, Slangs und Dialekte sowie neue umgangssprachliche Phrasen entwickelt haben. Dies hat zur Folge, dass die Sprache zwar einerseits überall anwendbar geworden ist, sich andererseits rasch vom alten Vorbild des antiken Hebräisch entfernt. Über Jahrhunderte war Jiddisch, eine Mischung aus Hebräisch, Deutsch und slawischen Sprachen, eine weit verbreitete Umgangssprache vieler europäischer Juden. Als der Staat Israel gegründet wurde, gab es nicht wenige Stimmen, die für eine Einführung des Jiddischen als Nationalsprache stimmten. Auch heute gibt es noch viele – insbesondere ältere – Israelis, die Jiddisch verstehen. Auch in einigen jüdisch-orthodoxen Siedlungsgemeinschaften wie Mea Shearim (in Westjerusalem) wird Jiddish gesprochen.Arabisch ist die Sprache der Palästinenser und der arabischen Israelis. Sie sprechen einen palästinensischen Dialekt, der den Dialekten in Syrien und Jordanien ähnlich ist. Außerdem verstehen die allermeisten Palästinenser auch Hocharabisch, eine Sprachform, die in der Regel für Nachrichten und religiöse Belange vorbehalten ist. Als Reisegast kommt man mit Englisch sehr weit. Die Jungen Menschen sind durch die Schule und die Medien ans Englische gewöhnt. Außerdem haben viele israelische Juden Verwandte in Amerika. Auch unter den jungen Palästinensern sprechen viele Englisch. Dies liegt unter anderem daran, dass einst die ganze Region Israel-Palästina-Jordanien britisches Mandatsgebiet war. Französisch wird nur selten gesprochen. Ebenfalls verbreitet ist Russisch. Gerade in den letzten Jahrzehnten sind viele jüdische Einwanderer aus den Osteuropa und den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion eingewandert. In vielen russischstämmigen Familien wird auch nach Jahren der Einwanderung noch Russisch gesprochen.Ältere jüdische Israelis, die im Zuge des Zweiten Weltkriegs aus Osteuropa flohen, waren in ihrer Heimat mehrsprachig aufgewachsen. Sie konnten oft Deutsch, Jiddisch, Russisch, Ukrainisch, und Polnisch gleichzeitig. Auch ehemalige ungarische Juden konnten oft Deutsch oder Jiddisch verstehen. Doch wegen ihres hohen Alters schrumpft die Zahl dieser mehrsprachigen Juden osteuropäischer Herkunft. Ihre israelischen Kinder und Kindeskinder lernen meist nur Hebräisch und Englisch.Viele jüdische Israelis verstehen Deutsch. Insbesondere jene, die oder deren Eltern aus Deutschland oder Osteuropa eingewandert sind. Allerdings heißt dies nicht immer, dass man sich gern auf Deutsch unterhält. Viele haben Angehörige im Holocaust verloren und möchten deshalb kein Deutsch mehr sprechen. Andererseits kann es auch durchaus vorkommen, dass ältere deutschstämmige Juden schöne Kindheitserinnerungen an Deutschland haben und deshalb gern Deutsch hören und sprechen. Auch all jene, die noch gut Jiddisch beherrschen, können in der Regel auch Deutsch verstehen, da beide Sprachen einen großen gemeinsamen Wortschatz haben. An der Klagemauer und in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sollte man besser seinen Mund halten und möglichst nicht Deutsch reden. Es kann vorkommen, dass sich einige jüdische Besucher angesichts der bedrückenden Stimmung des Ortes durch das Hören der deutschen Sprache verletzt fühlen.