Verhaltensregeln

Israel ist ein kleines Land. Doch es hat eine große kulturelle Vielfalt. Hier treffen unterschiedliche Traditionen und Gebräuche aufeinander. Ein Benimm-Knigge lässt sich nur für die unterschiedlichen kulturellen Gruppen, nicht fürs Land als solches aufstellen. Nicht nur, dass Juden und Araber unterschiedliche soziale Umgangsformen haben, sondern auch innerhalb der unterschiedlichen jüdisch-israelischen Milieus gibt es verschiedene Verhaltenskodizes. Unter den westlich orientierten, laizistischen, säkularen und liberalen Juden sind die Umgangsformen ganz anders als bei den religiös praktizierenden ultraorthodoxen Juden. Ebenso haben beispielsweise Juden, die aus Äthiopien eingewandert sind, andere Verhaltensnormen anders als jene, die aus Russland kommen. Auch unter den orthodoxen gibt es kulturelle Unterschiede, etwa zwischen den Ashkenazim aus Mittel- und Osteuropa oder den Sephardim aus dem westlichen Mittelmeerraum. Die Sitten und Gebräuche, die Umgangsformen und Höflichkeitsgesten sind also von ethnischer, religiöser und sozialer Herkunft abhängig. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte man sich immer zuvor vergewissern, mit wem man es zu tun hat. Die geringsten Sorgen müssen sich die Reisegäste machen, wenn sie sich unter den jungen Leuten am Strand von Tel Aviv aufhalten. Hier brechen die jungen Menschen aus den gesellschaftlichen Konventionen und Korsetts aus und zelebrieren die Freiheit mit einer Endlosschleife aus Party, lässiger Siesta und Freizeitgestaltung am Strand. Einzig der Machismo vieler Männer mag die Frauen unter den Reisegästen stören. Sobald man die Strand- und Partyregionen der großen Küstenmetropolen verlässt, begegnet man einem Land voller Gegensätze und Fettnäpfchen. Israel ist zudem ein Brennpunkt politischer Spannungen: Der Nahostkonflikt zwischen Israel und den Palästinensern, die Auseinandersetzungen mit den Hisbollah im Libanon, die Anschläge von Terrorristen unterschiedlicher Provenienz, die diplomatischen und politischen Probleme zwischen Israel und den Nachbarländern, all das sorgt dafür, dass Politik immer ein Thema ist und selbst die unpolitischen Sonnentouristen auf Schritt und Tritt verfolgt. Israel ein „Multi-Kulti-Land“ und ein „Melting Pot“. Die Einwanderer kommen aus allen Teilen der Welt. Sie fühlen sich durch gemeinsame jüdische Traditionen verbunden, bringen aber auch die Kultur ihres jeweiligen Heimatlandes mit. Die jungen, in Israel geborenen Leute sind auf ihre Art und Weise international: Durch Internet und Medien sind die meisten Jugendlichen, Sudenten und junge Familien den Umgang mit Menschen aus aller Welt gewöhnt. Auch viele ältere europäischstämmige Juden haben einen national und kulturell bunt gemischten Hintergrund.