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Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg

Gegenüber dem Felsendom steht die Al-Aksa-Moschee (Mesdschid El-Aqsa). Beide bilden als Einheit die wichtigste heilige Stätte des Islam in Palästina. Ein Seitenflügel der Moschee ist heute ein islamisches Museum.


Video zum Tempelplatz in Jerusalem am Davidson Center in der Nähe der Al-Aksa-Moschee - © STERN TOURS

Die beiden Moscheen des Tempelberges (Haram el-Scherif) in Jerusalem sind nach Mekka und Medina die bedeutendsten heiligen Orte der islamischen Welt. In der klassischen Antike stand hier die jüdische Tempelanlage des Herodes .

Bereits kurz nach der Eroberung der Stadt Jerusalem durch die Araber im Jahre 638 ließ der Kalif Omar (Omar Ibn al-Chattab) hier eine provisorische Moschee errichten, in dem er Steine einer von den Persern 618 zerstörten byzantinischen Kirche verwenden und wiederverbauen ließ.

Um 715 ließ der Omaijaden-Kalif Walid I., der in Damaskus residierte, die provisorische Vorgänger-Moschee durch einen repräsentativen Bau ersetzen. Gleichzeitig wurde der Felsendom geschaffen. Doch das ist nicht genau erwiesen. Einige Experten vermuten, dass zumindest ein großer Teil der Moschee schon unter Walids Vorgänger Abdel Malik errichtet wurde. Die Schwierigkeit liegt in der Dokumentation und in der Tatsache, dass bereits um 746 die Moschee durch ein Erdbeben wieder zerstört wurde.

Im 8. Jahrhundert wurde die Moschee zunächst unter dem in Bagdad residierenden Abbasiden-Kalifen Al-Mansur wieder aufgebaut, dann durch ein weiteres Erdbeben erneut zerstört und schließlich unter dem Kalifen Al-Mahdi ein weiteres Mal aufgebaut. Im Jahre 1033 erschütterte wieder ein Erdbeben den Bau, der in den zwei darauf folgenden Jahren im Auftrag des von Kairo aus regierenden Fatimiden-Kalifen Al-Zahir restauriert wurde.

Im Jahre 1099 eroberten die Kreuzritter Jerusalem. Sie widmeten den Felsendom in eine Kirche um und nutzten die Aksa-Moschee als Palast bzw. als Residenz mit anliegenden Pferdeställen. Hier residierte der christliche König von Jerusalem. Dann wurde der Bau dem Templerorden zur Verfügung gestellt. Nach der Rückeroberung Jerusalems durch Sultan Saladin wurde die Al-Aksa wieder eine Moschee. Die nachfolgenden Mamluken-Sultane renovierten und erweiterten die Moschee mit vielen Details. Dann blieb die Al-Aksa längere Zeit unverändert, auch als Jerusalem Teil des Osmanischen Reiches wurde. Im 20 Jahrhundert gab es mehrere Renovierungs- und Restaurationsarbeiten. 1951 wurde der jordanische König Abdullah beim Betreten der Moschee durch einen Anschlag getötet.

Heutige Erscheinung der Moschee

Die silberne Kuppel der Al-Aksa bietet schon aus der Ferne ein kontrastreiches Pendant zur goldenen Kuppel des Felsendoms. Das Gebäude der Moschee ist etwa 90 Meter lang und 60 Meter breit. Die Fassade stammt größtenteils aus dem mamlukischen Mittelalter.

Der Haupteingang der Moschee ist nach Norden ausgerichtet. Die Mittelachse des Gebäudes zeigt auf den Felsendom. Auf den Eingang folgt ein schmaler, quergelegener Vorraum. Dann steht man fast unmittelbar im Hauptgebetsraum der Moschee. Das Mittelschiff ist mit einer Höhe von 17 Metern höher als die Seitenschiffe des Raums. Getrennt sind sie durch Säulen und Arkaden. Unmittelbar neben dem Eingang führt eine Treppe zu unterirdischen Gewölben. Sie stammen aus der Antike.

Die Kanzel und Gebetsnische der Moschee befinden sich an der Südwand und zeigen somit in Richtung Mekka. Nach rechts, bzw. nach Osten zweigen ein Raum ab, der zur alten Moschee des Kalifen Omar gehörte, sowie die Gedenkkapelle der 40 Märtyrer. Nach links, bzw. nach Westen, schließt sich die sogenannte Weiße Moschee an, die als Gebetsstätte für die Frauen gedacht ist, denn die Geschlechter beten räumlich getrennt.

Am westlichen Abschnitt setzt sich das Gebäude fort. Hier befinden sich ein islamisches Museum und ein kleines Minarett. Sie umrahmen zusammen mit der Moschee einen nach Norden offenen Hof. Im Museum sind alte Koranmanuskripte, islamische Schriftdokumente und wertvolles Kunsthandwerk ausgestellt.

Zwischen der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom befindet sich ein Brunnen. Es handelt sich um den El-Kas (Al Qaas) genannt Ritualbrunnen. Dahinter steigt eine Treppe zur Plattform des Felsendoms auf.