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Jerusalem

Jerusalem ist Israels Hauptstadt. Mit mehr als 900.000 Einwohnern ist sie auch die größte Stadt des Landes. Sie ist etwa 5000 Jahre alt. Bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. wird sie in altägyptischen Texten namentlich erwähnt. Seit mehr als zwei Jahrtausenden ist sie das kulturelle und politische Zentrum des Heiligen Landes. Drei Weltreligionen verbinden mit ihr heilige Orte. Millionen Besucher lassen sich jährlich von den einzigartigen Sehenswürdigkeiten und von der eigentümlichen Atmosphäre der Stadt faszinieren.


Video vom Modell der Stadt Jerusalem im Israel-Museum - © STERN TOURS

Als kulturelles und politisches Zentrum des Landes beherbergt die Stadt die wichtigsten Institutionen, das israelische Parlament (die Knesset ), die Ministerien, die landesweit bedeutendsten Universitäten, Forschungsinstitute, Museen, Kultureinrichtungen und Wirtschaftszentren. Auch die Palästinenser erheben Anspruch auf Jerusalem als ihre Hauptstadt. Die arabischen Palästinenser siedeln hauptsächlich im Osten der Stadt.

In der Jerusalemer Altstadt treffen unterschiedliche Kulturen, Traditionen, Religionen und Konfessionen aufeinander. Die wichtigsten religiösen und kulturellen Gruppen leben in eigenen Stadtvierteln. Es gibt speziell jüdische, christliche und muslimische Viertel und Straßen. In der Altstadt und ihrer unmittelbaren Umgebung konzentrieren sich die zahlreichen historischen und religiös bedeutsamen Stätten. Nicht wenige Besucher Jerusalems sind ergriffen von den religiösen und gesellschaftlichen Spannungen, die in der Luft liegen. Es gibt den Begriff des „Jerusalem-Syndroms“, bei dem einige tiefgläubige Juden oder Christen von der religiösen Atmosphäre überwältigt werden und sich plötzlich mit biblischen Gestalten identifizieren. Tatsächlich empfinden auch nicht-religiöse Menschen oftmals eine eigentümliche gesellschaftliche Atmosphäre in der Stadt, die durch die enge Konzentration von Heiligtümern, Synagogen, Kirchen und Moscheen und die Scharen von orthodoxen Juden, armenischen, katholischen und griechisch-orthodoxen Mönchen, christlichen Pilgern und islamischen Gläubigen hervorgerufen wird.

Geschichte Jerusalems

Seit fast fünf Jahrtausenden siedeln Menschen auf dem Gebiet der heutigen Stadt Jerusalem. Die örtlichen Süßwasserquellen erlaubten eine sesshafte Lebensweise. Die ursprüngliche Landschaft ist geprägt von Hügeln, Kalksteinplateaus und engen Tälern. Die ältesten Siedlungen entstanden auf dem Ophel-Hügel, südlich des Tempelberges zwischen dem Tyropöon-Tal, Hinnom-Tal und dem Kidron-Tal.

Im 2. Jahrtausend v. Chr. war Jerusalem eine Stadt Kanaans. Im 19. Jahrhundert v. Chr. wurde Jerusalem das erste Mal namentlich in altägyptischen Hieroglyphentexten erwähnt. Es handelt sich um sogenannte Ächtungstexte, magische Texte, in denen feindliche Städte des Auslands verflucht wurden. Im 18. und 17. vorchristlichen Jahrhundert war Jerusalem Teil der Stadtstaatenwelt der semitischen Hyksos, die die komplette Levante bis hinunter nach Nordägypten kontrollierten. Nach Vertreibung der Hyksos aus Ägypten begannen die Pharaonen ihr Reich nach Vorderasien auszudehnen. Ägyptische Texte aus dem 15. Jahrhundert v. Chr. erwähnen, dass Jerusalem zu den von Ägypten eroberten Territorien in Palästina gehörte. Wie die anderen Städte Kanaans, war Jerusalem ein Vasallenstadtstaat, der dem Pharaonenreich Tribute zollte. Die älteste erhaltene urkundliche Erwähnung eines Königs von Jerusalem stammt aus einem diplomatischen Brief, den ein kanaanitischer König namens Urusalimmu an den ägyptischen Pharao Amenophis IV. (Echnaton) schrieb. Der Text war in akkadischer Keilschrift auf eine Tontafel geschrieben.

Nach biblischer Überlieferung war Jerusalem zunächst eine Stadt der jebusitischen Kanaaniter. König David soll sie erobert und zur Hauptstadt seines neuen Reiches gemacht haben. Sein Nachfolger, König Salomo, soll dann auf dem Tempelberg, dem Berg Moriah, den ersten Jerusalemer Jahwe-Tempel errichtet haben. Hier wurde die heilige Bundeslade mit den Gesetzestafeln aufbewahrt, die traditionell auf Moses zurückgeführt wurden. Aus der Zeit dieses Reiches wurden archäologische Bauwerken und Mauerstrukturen ausgegraben. Doch inwieweit die biblischen Überlieferungen über die Personennamen und die tatsächliche politische Bedeutung der Stadt innerhalb Palästinas mit der damaligen Realität übereinstimmt, ist Thema einer großen Kontroverse unter Historikern, Religionswissenschaftlern und Archäologen.

Nach dem Zusammenbruch des davidisch-salomonischen Reiches soll, entsprechend der alttestamentlichen Überlieferung, Jerusalem Hauptstadt des Südreiches Juda gewesen sein. Im 7. Jahrhundert v. Chr. wurde Jerusalem zum Zentrum des Jahwe-(Yahwe)-Kultes. Diese Entwicklung ging vermutlich auf die religiösen Ambitionen des Königs Josia und seiner Hohenpriester zurück. Einher mit dieser Entwicklung ging die Proklamation eines strengen Monotheismus und der Ablehnung anderer Götterkulte.

Im Jahre 587 v. Chr. wurde Jerusalem von dem babylonischen König Nebukadnezar erobert. Teile der Bevölkerung Judas wurden in die babylonische Gefangenschaft geführt. Erst nach der Eroberung Babylons durch die Perser (539 v. Chr.) durften die Juden aus dem babylonischen Exil in ihre Heimat zurückkehren. Der persische Großkönig Kyros erlaubte den zurückgekehrten Juden, ihren Tempel in Jerusalem wieder aufzubauen. 520 v. Chr. wurde der neue (der zweite) Tempel auf dem Grunde des alten Salomonischen Tempels errichtet. Unter der persischen Oberherrschaft wurde die jüdische Religion und Kultur größtenteils geduldet.

Ein kultureller Wandel vollzog sich mit der Eroberung Jerusalems durch Alexander dem Großen im Jahre 332 v. Chr. Damit war die Stadt Teil des hellenistischen Kulturgebietes geworden. Auch nach dem Zerfall des Alexanderreiches blieb Jerusalem Teil der hellenistischen Welt, und zwar als Provinz der Nachfolgestaaten, dem Reich der Ptolemäer, das seinen Schwerpunkt in Ägypten hatte, und dem Reich der Seleukiden, das sich über Syrien und das Zweistromland erstreckte. Die Hellenisierung der Bevölkerung zeigt sich unter anderem in der Annahme griechischer Kleidungs- und Baustile. Jedoch wirkte die Eigenschaft vieler hellenistischer Herrscher, sich nicht nur als König, sondern auch als Gott verehren zu lassen, wie ein direkter Affront gegen den monotheistischen Kult des Jahwe in Jerusalem.

Im Jahre 167 v. Chr. brach der Aufstand der Makkabäer aus. Dies war eine Reaktion auf das Vorhaben des seleukidischen Herrschers Antiochus IV., die jüdische Religionsausübung zu verbieten und den Jerusalemer Tempel in ein Zeus-Heiligtum umzuwandeln. Die Rebellion begann zunächst in Judäa. Nach erfolgreichen Kämpfen gegen die Seleukiden konnten die Makkabäer eine Herrscher- und Hohenpriesterdynastie, die Hasmonäer genannt, in Jerusalem etablieren. Unter der Führung der Hasmonäer konnte Judäa sich ab 163 v. Chr. wie ein quasi-unabhängiger Staat verhalten und sogar expandieren. Auf dem Höhepunkt der Hasmonäer-Zeit, unter dem König und Hohenpriester Alexander Jannäus, der von 103 bis 76 v. Chr. regierte, war Jerusalem Hauptstadt über ein Reich, das sich fast über ganz Palästina erstreckte. Es war nach dem Großreich Davids das erste Mal, dass beinahe das komplette Heilige Land in der Hand eines einzigen Herrschers von Jerusalem aus regiert wurde, und das erste Beispiel überhaupt, dass dieses Reich sowohl biblisch als auch archäologisch und historisch in seinen Grenzen eindeutig belegt werden kann.

Die glorreiche Zeit der Hasmonäer, die sich trotz der großen Nachbarmächte in Ägypten (Ptolemäer) und Syrien (Seleukiden) halten konnten, fand ihr Ende, als Rom seine geopolitischen Interessen auf die Levante ausrichtete. Im Jahre 64 v. Chr. landete Pompejus mit seinen Legionen im Heiligen Land. 63 v. Chr. wurde Jerusalem belagert und eingenommen.

Zunächst regierten die Römer indirekt über Palästina. Herodes der Große war von 37 bis 4 v. Chr. als Vasall der Römer König über Judäa. Unter seiner Herrschaft blühte der Handel. Jerusalem wurde prächtig ausgebaut. Der Tempel wurde zu einem der größten und bedeutendsten Heiligtümer des Nahen Ostens. Außerdem wurden Paläste, Wehrbauten, Theater und neue Prachtstraßen errichtet.

Im Jahre 6 n. Chr. kam Jerusalem unter direkte römische Herrschaft. Judäa war der Provinzialverwaltung des Römischen Reiches unterstellt worden. 66 n. Chr. kam es zu antirömischen Aufständen in Jerusalem und Judäa. Vorausgegangen war ein Streit um Steuerforderungen und die Plünderung des Tempelschatzes auf Befehl des römischen Statthalters. In Jerusalem brach eine Rebellion aus, in deren Folge die Rebellen die Stadt unter ihre Kontrolle bringen konnten. Die Römer reagierten mit harschen Militäraktionen, die zunächst fehlschlugen. Im Jahre 70 n. Chr. kam es schließlich zur Belagerung und Rückeroberung Jerusalems durch die Römer. Die Stadt und der Tempel wurden zerstört und große Teile der Bevölkerung deportiert. Der jüdisch-römische Krieg von 66 bis 70 n. Chr. kostete vermutlich mehreren Hunderttausend Juden das Leben. Er führte zu einer Ausweitung der Diaspora , der Auswanderung zahlreicher Juden aus Palästina in andere Teile des Römischen Reiches.

Weitere Aufstände gab es in den Jahren 115 bis 117 n. Chr. und 132 bis 135 n. Chr. Letztlich waren die Römer die Situation leid und gestalteten Jerusalem in eine römisch-hellenistische Stadt um, in die den Juden der Zutritt verwehrt war. Ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. wuchsen die christlichen Gemeinden im Heiligen Land. In byzantinischer Zeit, also vom 4. bis zum 6. Jahrhundert n. Chr., entwickelte sich Jerusalem zu einer christlichen Stadt mit zahlreichen Kirchenbauten. Im Jahre 335 wurde die Grabeskirche Jesu errichtet. Jerusalem wurde zum Ziel der christlichen Pilger aus allen Teilen des Mittelmeerraumes.

614 eroberte der persische König Chosrau II. aus der Dynastie der Sassaniden Jerusalem. Er soll dabei das Heilig Kreuz Christi aus Jerusalem entfernt und in seine Hauptstadt Ktesiphon (in Mesopotamien) gebracht haben. Unter der Duldung der Perser gab es ein großes Massaker, das angeblich Juden an den Christen verübt haben sollen. 629 wurde Jerusalem von Byzanz zurückerobert. Diesmal soll es Massaker von griechischen Christen an Juden gegeben haben.

Die entscheidende Wende für die Stadtgeschichte Jerusalems kam mit den Arabern, die im Jahre 638 die Stadt eroberten. Damit war die Stadt Teil des neuen islamischen Weltreiches. Unter den frühen Kalifen, die von Damaskus aus den Orient beherrschten, wurden im 7. Jahrhundert auf dem Tempelberg der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee errichtet. Da Jerusalem durch die Legende von der Himmelfahrt des Propheten Mohammed auch für die Muslime ein heiliger Ort war, behielt die Stadt ihre besondere Stellung auch in islamischer Zeit bei. Juden und Christen wurden geduldet. Allerdings hing der Grad der Duldung von den Launen des jeweiligen Herrschers ab.

Nach dem Zerfall des Kalifenreiches gehörte Jerusalem abwechselnd zum Herrschaftsgebiet verschiedener islamischer Dynastien. Unter dem Fatimiden-Kalifen al-Hakim, der über Ägypten, Nordostafrika und Palästina herrschte, wurde im Jahre 1009 in Jerusalem die Grabeskirche abgerissen. Es folgten Juden- und Christenverfolgungen. Diese Geschehnisse lösten im christlichen Abendland Entsetzen aus. Dann folgten Kriege zwischen den Fatimiden und den türkischen Seldschuken, bei dem Jerusalem mehrfach im Kriegsgebiet lag. Dies führte dazu, dass die christlichen Pilgerströme ins Heilige Land zum Erliegen kamen. In Europa wuchs der Wunsch, die heilige Stadt Jerusalem aus den Händen der Heiden zu befreien.

In der Folge kam es zum ersten Kreuzzug und zur Eroberung Jerusalems durch die Kreuzritter im Jahre 1099. Die Stadt wurde Mittelpunkt des christlichen Königsreichs Jerusalem. Es kamen immer mehr christliche Mönchs- und Ritterorden ins Heilige Land. In Jerusalem wurden zahlreiche Kirchen errichtet. Der Felsendom auf dem Tempelberg wurde in eine Kirche umfunktioniert.

1187 wurde Jerusalem von Sultan Saladin zurückerobert. Zwar konnten die Kreuzfahrer durch die diplomatische Initiative des römisch-deutschen Kaisers Friedrich II. im Jahre 1229 Jerusalem zurückbekommen. Doch schon 1244 wurde Jerusalem erneut von Muslimen erobert. 1291 wurden in Akko die letzten Kreuzfahrer aus dem Heiligen Land vertrieben. Jerusalem kam unter die Herrschaft der von Ägypten aus regierenden Mameluken. Die Rechte der Juden und Christen wurden stark eingeschränkt. Stattdessen wurden neue Moscheen errichtet und die Stadt zu einem Hort islamischer Gelehrsamkeit.

Ab 1516 gehörte Jerusalem zum Osmanischen Reich. Anfangs war Jerusalem noch als Provinzhauptstadt mit einer kurzen Blütezeit gesegnet, die mit Baumaßnahmen und Sicherung der Stadtbefestigungen einherging. Sultan Süleyman der Prächtige ließ die komplette Stadtmauer erneuern. Diese Stadtmauer mit ihren Toren begrenzt noch heute die Jerusalemer Altstadt.

Doch in den folgenden Jahrhunderten verlor Jerusalem an Bedeutung und folgte dem nahöstlichen Trend des wirtschaftlichen Niedergangs und Bevölkerungsrückgangs. Dieser war überall in Palästina, Syrien und Ägypten zu spüren. Anderseits kamen in Schüben immer wieder sephardische Juden aus Spanien ins Osmanische Reich und zum Teil nach Palästina zurück. Sie litten unter der streng katholischen spanischen Reconquista und zogen tolerante muslimische Herrscher den intoleranten spanischen Herrschern vor. Das christliche Pilgerwesen setzte sich mit Unterbrechungen fort und blieb ein Wirtschaftsfaktor in der Stadt.

Neuzeitliche Geschichte Jerusalems

Mitte des 19. Jahrhunderts ließen sich wieder zunehmend Juden in Jerusalem und der unmittelbaren Umgebung nieder. Diese Einwanderungswellen nahmen mit der Ideologie des Zionismus zu. Bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts war die Hälfte der Bevölkerung Jerusalems wieder jüdisch. Es entstanden spezielle jüdische Siedlungen, die bis heute ihren spezifischen Charakter bewahrt haben: so etwa das 1874 gegründete Stadtviertel Mea Shearim, in dem noch heute streng orthodoxe Juden nach alten Traditionen leben. Diese jüdischen Einwanderungswellen sind historisch gesehen eine große Sensation, war es doch den Juden für mehr als 1800 Jahre entweder nicht erlaubt oder besonders erschwert gewesen, sich in Jerusalem niederzulassen. Nach dem Bar-Kochba-Aufstand von 132-135 n. Chr. war es unter dem römischen Kaiser Hadrian sogar bei Todesstrafe den Juden verboten gewesen, Jerusalem zu betreten. Nun begann in der Stadt eine jüdische Renaissance.

Gleichzeitig wuchs das Interesse der christlich-europäischen Staaten am Heiligen Land und Jerusalem. Zahlreiche christliche Konfessionen bauten Kirchen und Klöster in der Heiligen Stadt. Die Regierung des Osmanischen Reiches war zu jener Zeit relativ tolerant, aber auch außenpolitisch zu schwach, um sich den Bestrebungen der westlichen Staaten zu widersetzen. Es war somit eine Geste guten Willens, wenn die Hohe Pforte Istanbuls den westlichen Konfessionen Freiräume zur Religionsausübung und zu Kirchenbauten einräumte. Somit wuchs auch die Zahl christlicher europäischer und amerikanischer Einwanderer, die sich in eigenen Vierteln niederließen und Villen nach europäischen Vorbildern errichteten. Die Westnationen ließen sich in Jerusalem durch neu gegründete Konsulate und Botschaften vertreten. Kaiser Wilhelm II. stattete 1898 Jerusalem höchst persönlich einen Besuch ab.

Im Zuge des Ersten Weltkrieges zerbrach das Osmanische Reich. Palästina wurde 1917 von britischen Truppen eingenommen. Jerusalem wurde Sitz des britischen Hochkommissars von Palästina und anschließend Hauptstadt des Mandatsgebiets. Den Briten ist es zu verdanken, dass Jerusalem in den 1920er bis 1940er Jahren infrastrukturell modernisiert wurde. Straßen, Schulen, Elektrizität, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung wurden europäischen Standards angepasst.

Während der britischen Mandatszeit gab es wiederholt jüdisch-palästinensischen Konflikte. Es wurde immer wieder überlegt, im Falle der Unabhängigkeit Israels, Jerusalem unter den Schutz des Völkerbundes zu stellen und international zu sichern. Doch es kam anders. Kaum erklärten die Briten ihren Ruckzug aus Palästina, kaum wurde 1948 der unabhängige Staat Israel (in Tel Aviv, nicht in Jerusalem) proklamiert, kam es zum ersten Krieg zwischen Israel und den arabischen Nachbarländern. Infolge dieses Krieges wurde der Westteil Jerusalems ein Teil Israels, während der Ostteil von Jordanien kontrolliert wurde. Beide Teile wurden wie im Nachkriegsberlin durch eine Mauer geteilt, die bis zum Sechstagekrieg von 1967 als Grenze galt. Im Sechstagekrieg war Ostjerusalem drei Tage heftig umkämpft, bis es schließlich von israelischen Truppen komplett besetzt werden konnte. Dann wurde die Mauer wieder abgerissen.

1980 wurde, trotzt palästinensischer Proteste, ganz Jerusalem offiziell zur dauerhaften Hauptstadt Israels erklärt. Nach wie vor ist die Stadt bezüglich ihrer Bevölkerungsverteilung immer noch in einen mehrheitlich jüdischen Westteil und mehrheitlich palästinensischen Ostteil geteilt.

Wichtige Sehenswürdigkeiten

Die allerwichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt werden im Folgenden in einzelnen Kapiteln beschrieben. Es ist anzuraten, mehr als einen Tag für den Besuch der Jerusalems einzuplanen. Die aufgeführten Sehenswürdigkeiten sind nur die historischen und touristischen Highlights der Stadt. Tatsächlich kann man Tage und Wochen in Jerusalem verbringen und dabei immer wieder Neues entdecken.

Altstadt und Neustadt sind in Jerusalem klar getrennt, denn große Teile der osmanischen Stadtbefestigungen und Stadtmauern mit ihren Gräben und Bastionen sind noch erhalten. Man muss also durch eines der acht alten Stadttore gehen, um in die Altstadt zu kommen. Die Altstadt ist in ein muslimisches Viertel, christliches Viertel, armenisches Viertel und jüdisches Viertel aufgeteilt, die durch die Bewohner und ihre Stadtviertelkultur sich zum Teil klar voneinander unterscheiden. Schon das Abbiegen in eine andere Straße kann in eine völlig andere Welt führen.

uf dem Tempelberg befinden sich heiligen Stätten des Islam. Der Felsendom, der den heiligen Felsen überkuppelt, an dem Abraham seinen Sohn Issak opfern wollte und von dem der Prophet Mohammed mit einem Pferd in den Himmel gesprungen sein soll, sowie die berühmte Al-Aqsa-Moschee, gehören neben Mekka und Medina in Arabien zu den heiligsten Orten des Islam.

Am Rande des Tempelberges steht die Klagemauer , Reste des alten Herodianischen Tempels und eines der wichtigsten heiligen Stätten des Judentums.

Gegenüber dem Tempelberg erhebt sich der Ölberg mit der Getsemani-Kirche, der russisch-orthodoxen Maria-Magdalena-Kirche und zahlreichen anderen Kirchen. Dazwischen liegt das Kidrontal mit antiken Grabbauten.

Vom 826 Meter hohen Scopus-Berg hat man eine herrliche Aussicht auf Jerusalem. Dort befindet sich auch Jerusalems berühmte „Hebrew University“.

Bauhistorisch faszinierend ist die in ihren Grundfesten aus der Zeit des Herodes stammende Zitadelle mit dem sogenannten Davidsturm im Nordwesten der Altstadt. Sie ist Teil der umfangreichen Stadtbefestigungen und Jerusalemer Stadtmauer, die fast komplett die Altstatt umschließt und in ihrer heutigen Form mit all ihren Bastionen und Stadttoren größtenteils aus der Zeit des Osmanischen Reiches stammt. Das prominenteste der acht alten Stadttore ist das Jaffator, das in das armenische Viertel führt.

Eine Zeitreise ins Jerusalem der römisch-byzantinischen Zeit eröffnet sich dem Besucher im Cardo Maximus. Die archäologischen Ausgrabungen haben Teile einer Straße und eines Stadtviertel der Jerusalemer Antike zutage gefördert.

Bedeutendster christlicher Ort Jerusalems ist zweifellos die Grabeskirche im Herzen der Altstadt. Hier haben die verschiedensten christlichen Konfessionen ihr Heiligtum zum Gedenken an die Kreuzigung Jesu. Ebenso wichtig ist die Via Dolorosa , die an den Leidensweg Christi auf dem Weg zur Kreuzigung erinnert.

Auf dem Berg Zion, südlich der Jerusalemer Altstadt, thront die mächtige römisch-katholische Dormitio-Kirche, die auf den Grundmauern einer byzantinischen Basilika errichtet wurde.

Bedeutendste Gedenkstätte an die Opfer des Holocaust ist Yad Vashem . Sie ist zugleich Museum und wissenschaftliches Archiv.

Das israelische Parlament ist in der Knesset ansässig. Sie liegt im Westen der Stadt. Hier wird Innen- und Nahostpolitik gestaltet.

Nur zwölf Kilometer südlich von Jerusalem erhebt sich das Herodium, eine alte Bergfestung von Herodes dem Großen. Die archäologische Stätte ist heute ein beliebtes Ausflugsziel.

Autor dieses Artikels:

M.Hüneburg