Kulturreisen suchen

Früheste Hinreise

...

Späteste Rückreise

...
(?)

Hermongebirge entlang der syrisch-libanesischen Grenze

Ein gewaltiges Bergmassiv erstreckt sich entlang der syrisch-libanesischen Grenze und reicht bis in das Gebiet der Golanhöhen hinein, das heute von Israel kontrolliert wird. Auf dem Hermon befindet sich das einzige Wintersportgebiet Israels.

Die Landschaft des Landes Libanon ist von zwei großen Gebirgszügen geprägt: dem Libanon-Gebirge und dem Anti-Libanon. Der Anti-Libanon erstreckt sich entlang der Grenze zu Syrien. Der südliche Abschnitt dieses Gebirges ist das Bergmassiv des Hermon. Der höchste Gipfel des Hermon-Massivs misst 2.814 Meter über dem Meeresspiegel. Der südliche Teil dieses Massivs reicht bis ins Gebiet der Golanhöhen und ist somit unter israelischer Kontrolle und Verwaltung. Der höchste Gipfel des israelischen Abschnitts und ebenfalls höchster geographischer Punkt Israels misst 2224 Meter.

Wintersport am Berg Hermon

Es entspricht sicherlich nicht dem Klischee: Aber man kann in Israel wirklich Wintersport betreiben, und zwar ohne Kunstschnee in der Klima halle, sondern auf natürlichen Skipisten in den Bergen. Schnee ist in Israel recht selten und fällt meist nur in den höheren Lagen. Winterlicher Niederschlag kommt sonst als kühler Regen. Doch das hohe Bergmassiv des Hermon strahlt im Winter ab einer Höhe von 1800 Metern über viele Monate mit einer weißen Schneekuppe.

Im Frühling, wenn nach der Schneeschmelze das Grün sprießt, weckt der obere Teil des Gebirgsmassivs den optischen Eindruck einer alpinen Landschaft. Das Klima entspricht in etwa dem der hohen Berge im Libanon. Diese levantinische Bergregion war schon im Altertum für ihre Wiesen, Wälder und Schneelandschaften bekannt. Als im zweiten Jahrtausend v. Chr. die Truppen der ägyptischen Pharaonen in diese Bergregionen kamen, wunderten sie sich über Blumenwiesen, Wälder mit Bäumen, die „in den Himmel wachsen“, und Schnee, etwas, dass sie niemals zuvor gesehen hatten und mit Erstaunen zur Kenntnis nahmen.

Ein optisch besonderer Reiz ist es, im Winter im Schneegebiet zu stehen und auf nicht verschneite Landschaften unterhalb des Berges herabzuschauen. Denn in tieferen Regionen fällt nur äußerst selten Schnee. Da das Hermon-Gebirgsmassiv die einzige Wintersportregion Israels ist, gibt es eine rege touristische Nachfrage, und zwar insbesondere der Israelis selbst. Die Infrastruktur wurde dieser Nachfrage angepasst. Zentraler Ferienort im Skigebiet ist Neve Ativ, bei dem es sich eigentlich um eine kleine genossenschaftliche Siedlung (Moshav) handelt.

Mittlerweile können sich Wintersportbegeisterte auf mehr als vierzig Kilometer Skipisten austoben. Fünf Lifte bringen die Skifahrer und Rodler auf den Berg. An der Liftstation gibt es ein Restaurant, in dem sich die Gäste stärken können, bevor es auf die Piste geht.

Die syrische Grenze ist nur wenige Kilometer entfernt. Daher ist der reibungslose Ablauf des Skiaufenthaltes von der politischen Situation zwischen Israel und Syrien abhängig.

Autor dieses Artikels:

M.Hüneburg