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Palästina zur Zeit der Kreuzzüge (Teil 1)

Erster Kreuzzug: Noch bevor die ersten Ritter loszogen, machte sich ein Heer aus einfachen Bauern mit einem Tross aus Frauen und Kindern unter der Führung von Peter dem Einsiedler auf dem Weg ins Heilige Land. Doch bereits bei der ersten militärischen Auseinandersetzung in Kleinasien wurden sie von den Seldschuken bei Nicea niedergemacht. Andere kleinere Heerhaufen waren ebenso wenig erfolgreich. In der zweiten Hälfte des Jahres 1096 setzte sich schließlich das erste große Ritterheer in Marsch. Vier Expeditionscorps aus verschiedenen Teilen Europas machten sich auf dem Weg. Aus dem Norden rückten Kreuzfahrer unter der Führung von Gottfried von Bouillon (zusammen mit seinem Bruder Balduin von Boulogne) über Ungarn in Richtung Konstantinopel. Aus dem Süden sammelten sich die Kreuzfahrer unter Raimund von Saint-Gilles (Raimund IV. von Toulouse) und zogen über Dalmatien, Albanien und Griechenland nach Konstantinopel. Zu Schiff kam ein drittes Kreuzfahrercorps, das sich unter Bohemund von Tarent gesammelt hatte. Das vierte Corps aus Flandern und Frankreich (auch mit zahlreichen englischen Rittern) unter dem Herzog der Normandie, Robert II., zog nach Italien und ließ sich dort verschiffen. Schließlich waren Ende 1096 die verschiedenen Kreuzfahrerheere in Konstantinopel angekommen. Dort stießen sie nicht nur auf Wohlwollen, da die Kreuzfahrer den Bewohnern Konstantinopels sehr barbarisch erschienen. Der byzantinische Kaiser war bemüht, die Kreuzfahrer als Vasallen zu gewinnen, um sich ihrer Loyalität sicher zu sein. Man erhoffte sich, im Falle des Sieges der Kreuzfahrer, die Rückgabe des Heiligen Landes, das einst Jahrhunderte lang unter der Herrschaft von Byzanz gestanden hatte. Von Konstantinopel aus zog das vereinigte Heer der Kreuzfahrer durch Kleinasien, wo es zu Schlachten mit den Heeren der Seldschuken kam. Nach mehreren Scharmützeln und einer verlustreichen Belagerung und Eroberung Antiochias trafen die Kreuzfahrer endlich in Palästina ein. Im Jahre 1099 dort angekommen, begann man mit der Belagerung Jerusalem s, das nur ein Jahr zuvor von den Fatimiden aus Ägypten eingenommen worden war. Diese Belagerung war mit großen Verlusten verbunden. Erst nach massivem Einsatz von schweren Belagerungsmaschinen wie Belagerungstürmen, Katapulten und Rammböcken, konnten die Kreuzfahrer in die Stadt eindringen. Dabei kamen es zu äußerst zu heftigen Straßenkämpfen zwischen den christlichen Rittern und den Arabern. Außer Rand und Band ließen sich die Kreuzfahrer zu Plünderungen und zu blutigen Gemetzeln unter der Zivilbevölkerung verleiten. Die Nachrichten über die Grausamkeiten, die mit der Eroberung von Jerusalem einhergingen, verbreiteten sich sowohl unter den Christen als auch unter den Muslimen und sorgten für Entsetzen. Gleichzeitig waren viele Kreuzfahrer zutiefst berührt von der Tatsache, dass es ihnen gelungen war, zur heiligsten Stätte der Christenheit vorzudringen. Der Eroberung Jerusalems folgten die Eroberung des restlichen Palästina und die Gründung des christlichen Königreiches von Jerusalem. Die ersten Könige waren Gottfried von Boullion und danach dessen Bruder Balduin von Boulogne. Weitere Kreuzfahrerstaaten, die als Folge des ersten Kreuzzuges entstanden, waren die Grafschaft Tripolis im Libanon sowie das Fürstentum Antiochia (dessen erster Fürst Bohemund von Tarent wurde) und die Grafschaft Edessa in Syrien. Im weiteren Sinne kann man auch das Königreich Kleinarmenien und das Königreich Zypern dazuzählen. Damit war die östliche Levante komplett in der Hand der christlichen Kreuzfahrer. Eine wesentliche Aufgabe der neuen christlichen Kreuzfahrerstaaten im Nahen Osten war es, sich einerseits mit der örtlichen muslimischen Bevölkerung gut zu stellen und andererseits Christen anzusiedeln. Es kamen in Schüben weitere Kreuzfahrer und neue Pilgerströme ins Heilige Land. Gleichzeitig verließen viele Muslime die Küstenregion und zogen nach Syrien und Ägypten. Außerdem mussten Angriffe der umliegenden islamischen Staaten (Fatimiden-Kalifat in Ägypten, Reich der Seldschuken, Emirat von Damaskus) und Völker (Araber, Ägypter, Türken - die allesamt von Kreuzfahrern als Sarazenen bezeichnet wurden) abgewehrt werden. Hierzu wurden die Stadtbefestigungen erneuert sowie Burgen und Festungen errichtet. Die Küstenstädte wurden zu wichtigen Hafen- und Handelsstädten ausgebaut. Hierbei wurden die Kreuzfahrer von den italienischen Städten Genua, Pisa und Venedig unterstützt, die vom Mittelmeerhandel profitierten. Das Zusammenleben von europäischen Christen und nahöstlichen Muslimen war ambivalent, geprägt von Feindschaft einerseits und Austausch andererseits. Wichtig war auch die Klärung der Besteuerung. So wie in den umliegenden islamischen Staaten die Muslime steuerlich begünstigt waren - dies war ein Grund für die Konvertierung vieler Juden und Christen zum Islam - so waren die Steuer- und Tributauflagen in den Kreuzfahrerstaaten manchmal zu Gunsten der Christen und zu Ungunsten der Muslime, doch meistens versuchte man, Christen und Muslime steuerlich gleich zu behandeln um sich der Kooperation der heimischen Bevölkerung sicher zu sein. Ein ganz anderes Problem waren die unterschiedlichen sozialen und nationalen Hintergründe der verschiedenen Gruppen in den Kreuzfahrerheeren. Sie kamen zum größten Teil aus Frankreich, England und dem deutschsprachigen Raum des Heiligen Römischen Reiches, aber auch aus anderen Teilen Europas. Ihre Ideen und Kreuzzugsmotive, Erwartungen und Loyalitäten waren nicht immer hundertprozentig deckungsgleich. Auch unter den Kreuzfahrerstaaten gab es Konflikte. Zweiter Kreuzzug: Die Gegenoffensiven der Muslime brachten die Kreuzfahrerstaaten in Bedrängnis. 1144 wurde die Grafschaft Edessa in Syrien von den Muslimen erobert. Die Entwicklungen im Heiligen Land erregten erneut Besorgnis in Europa. Papst Eugen III. rief zu einem weiteren Kreuzzug auf, um die christlichen Staaten in der Levante zu unterstützen. Dieser zweite Kreuzzug (1147 bis 1149) stand unter dem Banner des französischen Königs Ludwig VII. und des deutschen Königs Konrad III. (der noch nicht zum Kaiser gekrönt worden war). Im Gegensatz zum ersten Kreuzzug blieb dieser erfolglos. Ein Großteil des Heeres wurde schon in Kleinasien aufgerieben. Nur ein kleiner Teil des Heeres ereichte Palästina. Feldzüge zur Eroberung von Damaskus und Askalon scheiterten. Erst 1153 konnte unter Balduin III. Askalon eingenommen werden. Kreuzfahrerstaaten in der Defensive: Ende des 12. Jahrhundert sah es schlecht für die Kreuzzugsbewegung aus. Der mächtige Emir von Aleppo und Statthalter der seldschukischen Provinz Syrien, Nur ad-Din (Nur el-Din), hatte an der Ostflanke der Kreuzfahrerstaaten zahlreiche Gebiete und die Grafschaft Edessa fast komplett erobert. Die Schwäche der Fatimiden in Ägypten konnten die Kreuzfahrer nicht nutzen. Mehrfache Versuche des Königreiches Jerusalem, Ägypten einzunehmen, scheiterten. Dagegen konnte der General Nur ad-Dins, Shirkuh, Ägypten unter seine Kontrolle bringen. Der Neffe des Generals Schirkuh, Saladin (Salah ad-Din), wurde zuerst zum Wesir des fatimidischen Kalifen von Ägypten ernannt und schwang sich dann, nach dem Sturz des fatimidischen Herrschers, zum Sultan von Ägypten auf. Er zog nach Damaskus, um den Nachfolger von Nur ad-Din abzulösen und auf diese Weise Ägypten und Syrien unter seiner Herrschaft zu vereinen. Als Sultan von Ägypten und Syrien war er in zahlreiche Konflikte mit den Kreuzfahrerstaaten verwickelt. Schließlich stellte Saladin ein gewaltiges Heer auf und zog mit ihm gegen das Königreich Jerusalem zu Felde. Nachdem Saladins Heer ohne Mühe die galiläische Stadt Tiberias eingenommen hatte, stellten die Kreuzfahrer ein Gegenheer auf, das jedoch 1187 bei Hattin vernichtend geschlagen wurde. Die Anführer des Kreuzfahrerheeres wurden Gefangene Saladins. Noch im selben Jahr konnte Saladin Jerusalem einnehmen. Dies war ein Wendepunkt in der Geschichte des Königreiches Jerusalem. Dritter Kreuzzug: Nachdem Saladin im Jahre 1187 Jerusalem erobert hatte und somit die Kreuzzugsbewegung einer endgültigen Niederlage entgegen sah, wurde der Ruf nach einer erneuten Gegenoffensive laut. Den dritten große Kreuzzug (1189 bis 1192) führten der König von England Richard Löwenherz (Richard I.), der König von Frankreich Philipp II. (Pilipp-August) und der römisch-deutsche Kaiser Friedrich Barbarossa an. Das deutsche Heer zog über den Balkan und Kleinasien nach Syrien. Bei Ikonion in der Südtürkei konnte das Heer einen militärischen Sieg über die Seldschuken erringen. Doch auf dem weiteren Weg nach Palästina ertrank Barbarossa im Fluss Saleph in Kilikien. Der Verlust der Führungspersönlichkeit Barbarossas lähmte Motivation der Kreuzfahrer. Nur ein Teil dieses anfangs mächtigen Heeres kam in Palästina an. Philipp II. und Richard Löwenherz erreichten Palästina mit einer Flotte: Philipp II. starte von Genua aus, Richard Löwenherz kam mit seinen Schiffen von London via Lissabon, Marseille, Reggio, Kreta und Zypern nach Palästina. Anfangs konnten sie einige Erfolge verbuchen und verschiedene Küstenstädte des Libanon und Palästinas bis nach Jaffa zurückerobern. Die heftigsten Kämpfe hatte es um die Stadt Akko gegeben, die zurückerobert werden konnte. Das eigentliche Ziel, die Rückeroberung Jerusalems, wurde nicht erreicht. Die Truppen Saladins, die die Stadt hielten, waren zu zahlreich, so dass das Kreuzfahrerheer kurz vor dem Ziel aufgab und zur Küste zurückkehrte. Schließlich kamen Richard Löwenherz und Sultan Saladin 1192 zu einem Abkommen zusammen. In diesem Abkommen erkannte Saladin die Kreuzfahrerherrschaft über die meisten Küstenstädte an, dafür akzeptierten die Kreuzfahrer Saladins Herrschaft über Jerusalem. weiter lesen in Palästina zur Zeit der Kreuzzüge (Teil 2)