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Palästina zur Zeit der Kreuzzüge

Die Epoche der Kreuzzüge rückte das Heilige Land in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit sowohl des christlichen Abendlandes als auch der islamischen Welt. Bei den Kreuzzügen handelt es sich um eine Art bewaffneter Pilgerfahrten großer Heere. Ihr Ziel war die Befreiung Jerusalem s und der heiligen Stätten der Christenheit von den Heiden sowie die Sicherheit der Pilger im Heiligen Land. Es gab zahlreiche große und viele kleine Kreuzzüge. Die meisten waren nicht erfolgreich. Der Konflikt zwischen den Kreuzfahrern und den Muslimen des Nahen Ostens bescherte der Levante (Palästina, Libanon, Syrien) eine ereignisreiche und kriegerische Epoche. Zur Vorgeschichte der Kreuzzüge: Bereits während der spätrömischen bzw. byzantinischen Zeit waren die Juden Palästinas zur Minderheit im eigenen Lande geworden. In Palästina lebte mehrheitlich eine griechisch-orientalische Mischbevölkerung christlichen Glaubens. Das Christentum war die dominierende Religion des oströmischen Reiches. Auch in Westeuropa hatte sich das Christentum rasch verbreitet. Palästina wurde zur Pilgerstätte für Christen aus dem ganzen Mittelmeerraum. Dementsprechend wurden die Ereignisse und Entwicklungen im Nahen Osten von den Christen mit großer Besorgnis verfolgt. Ein erster Schock für das christliche Abendland war im Jahre 614 die Eroberung Jerusalems durch den sasanidischen Perserkönig Chosrau II. Parwiz. Es wurden Kirchen zerstört, Christen getötet und eine wichtige Ikone des Christentums, ein Teil des Kreuzes Christi, in die sasanidische Residenzstadt Ktesiphon entführt. Der zweite Schock war die endgültige Eroberung Jerusalems durch die muslimischen Araber im Jahre 638. Der dritte Schock war die Unterdrückung der Christen unter dem fatimidischen Kalifen Ägyptens, al-Hakim, und dessen Zerstörung der Grabeskirche in Jerusalem im Jahre 1009. Hinzu kam, dass immer wieder Berichte über Überfälle auf christliche Pilger nach Europa drangen. Der vierte Schock war das Vordringen der turkstämmigen Seldschuken, die, aus dem zentralasiatischen Steppengebiet östlich des Kaspischen Meeres stammend, nicht nur den Iran, Afghanistan, Syrien und Palästina erobern konnten, sondern in Anatolien bis an die Küste der Ägäis vordrangen und somit die Existenz des christlichen Konstantinopel (Byzanz) gefährdeten. Schließlich schrieb der byzantinische Kaiser Alexios I. Komnenos ein Hilfegesuch an den Papst in Rom. Aufruf zum Kreuzzug: Nun war das Maß voll und die Zeit reif für eine Reaktion. Im Jahre 1095 lud Papst Urban II. zu einer Synode im französischen Clermont. Dort rief er zum Kreuzzug auf. Welche Gründe gab er an? Urban äußerte in seiner Rede die Besorgnis darüber, dass heidnische Türken und Araber die heiligen Stätten in Palästina erobert, Kirchen zerstört, das Land verwüstet und die dortigen Christen in Bedrängnis gebracht hätten. Er würde als Papst den Willen Gottes verkünden, dass die Christen des Abendlandes den Christen Palästinas zur Hilfe kommen müssten. Der Inhalt dieser Rede wurde per Boten in Europa verbreitet. Der Kreuzzugsgedanke fand schnell zahlreiche Anhänger. (Es ist wichtig zu erwähnen, dass sich die Zeit der Kreuzzüge in eine Epoche der europäischen Expansion gegen islamische Staaten und seinerzeit von Muslimen beherrschte Gebiete einfügt. Im elften Jahrhundert begann die Reconquista Spaniens, d.h. die Zurückdrängung der Muslime auf der Iberischen Halbinsel, und die Eroberung der Südspitze Italiens und Siziliens durch die Normannen. Überall im westlichen Mittelmeerraum waren die Muslime auf dem Rückzug.)

Erster Kreuzzug: Noch bevor die ersten Ritter loszogen, machte sich ein Heer aus einfachen Bauern mit einem Tross aus Frauen und Kindern unter der Führung von Peter dem Einsiedler auf dem Weg ins Heilige Land. Doch bereits bei der ersten militärischen Auseinandersetzung ... weiter lesen in Palästina zur Zeit der Kreuzzüge (Teil 1)

 

Auswahl weiterführender Literatur

  • Aspridge, Thomas, Die Kreuzzüge, Stuttgart 2010.
  • Haarmann, Ulrich und Heinz Halm (Hrsg.), Geschichte der arabischen Welt, München 2004 (5. Auflage).
  • Möhring, Hannes, Saladin - Der Sultan und seine Zeit 1138-1193, München 2005.
  • Pernoud, Régine, Die Kreuzzüge in Augenzeugenberichten, München 1971.
  • Runciman, Steven, Geschichte der Kreuzzüge, München 1978.
  • Thorau, Peter, Die Kreuzzüge - Einführung in Hintergründe, Geschichte und Auswirkungen der Kreuzzüge, München 2007 (3. Auflage)

Autor dieses Artikels:

M.Hüneburg