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Die Zeit der zwei Reiche – Israel und Juda

Für die Zeit des ersten Jahrtausends v. Chr. gibt es weitaus mehr Quellen zur Geschichte des palästinischen Raumes als für die vorangehenden Epochen. Neben den archäologischen Spuren und Hinterlassenschaften sowie den nun zahlreich vorhandenen Schriftquellen der Nachbarvölker (Ägypter, Phönizier, Syrer, Assyrer, Babylonier, die in ihren Texten auch über die Völker, Stämme und Staaten Palästinas berichten) gibt es vor allem die biblischen Überlieferungen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass archäologische Befunde, Textquellen der Nachbarvölker und biblische Textüberlieferungen jeweils ein eigenes Bild von den Entwicklungen zeichnen. Es gibt zwar deutliche Überschneidungen, aber auch klare Abweichungen. Folgende sind die wichtigsten Merkmale dieser Epoche: Palästina ist gespalten in ein Nordreich, nämlich Israel, und in ein Südreich: Juda (Judah). Beide Staatsgebilde erleben abwechselnd Phasen der Unabhängigkeit. Doch die meiste Zeit sind sie Spielball der Großmächte jener Zeit: Ägypten, Assyrien und Babylonien. Es kommt wiederholt zu kriegsbedingten Verwüstungen des Landes und zu Deportationen von Teilen der Bevölkerung nach Assyrien und Babylonien. Religiös und innenpolitisch ist die Zeit in Israel und Juda geprägt vom Konflikt zwischen unterschiedlichen politischen Parteien sowie vom Widerstreit zwischen polytheistischen (Polytheismus: Verehrung vieler/mehrerer Gottheiten) Tendenzen und streng monotheistischen (Monotheismus: Verehrung einer einzigen Gottheit) Tendenzen. Der Monotheismus wird getragen von der „Jahwe-Bewegung“ (Jahwe / JHWH = alter Name des biblischen Gottes). Die innenpolitischen Wirren, Intrigen und Konflikte führten dazu, dass nur wenige Herrscher eines natürlichen Todes starben. Revolten und Meuchelmorde gehörten zur politischen Landschaft. Zahlreiche Herrscher waren regelrechte Kriegerkönige. Nach der biblischen Überlieferung ist diese Epoche zudem geprägt vom Auftreten und Einfluss der Propheten.Die biblischen Überlieferungen stellen das Südreich Juda in den Mittelpunkt und beschreiben das Nordreich Israel als Peripherie. Die archäologischen Befunde deuten dagegen darauf hin, dass insbesondere das Nordreich Israel mit seinen zahlreichen Städten lange Zeit bedeutsamer war als der Süden. Die archäologischen Befunde decken sich mit den natürlichen Begebenheiten. Der Norden Palästinas, die Region Israels, war relativ fruchtbar. In den Tälern konnte Ackerbau betrieben werden und auf den Hügeln war saftiges Weideland. Zahlreiche Hügel- und Bergketten waren zudem bewaldet. Die archäologischen Spuren deuten darauf hin, dass der Norden wesentlich dichter besiedelt war als der Süden. Dies lässt sich sowohl an der Zahl als auch an der Größe der Siedlungen festmachen. Die großen Städte des Nordens waren unter anderem Samaria, Megiddo und Hazor.


weiter lesen - Geschichte Palästinas, Israel und Juda - Teil 1oder weiter lesen - Geschichte Palästinas, Israel und Juda - Teil 2

Auswahl weiterführender Literatur:

  • Aharoni, Yohanan und Michael Avi-Yonah, The Macmillan Bible Atlas, Jerusalem und New York 1993 (3. Aufl.).
  • Aharoni, Yohanan und Michael Avi-Yonah, Syria-Palestine II: From the Middle Bronze Age to the End of the Classical World (2200 B.C. – 324 A.D.), Genf 1979.
  • Clauss, Manfred, Das Alte Israel – Geschichte, Gesellschaft, Kultur, München 2008 (3. Auflage)
  • Clauss, Manfred, Geschichte des alten Israel, (Oldenbourg Grundriss der Geschichte, Band 37), München 2009.
  • Finkelstein, Israel und Neil Asher Silberman, Keine Posaunen vor Jericho . Die archäologische Wahrheit über die Bibel, München 2003.
  • Magall, Miriam, Archäologie und Bibel: Wissenschaftliche Wege zur Welt des Alten Testaments, Köln 1986.
  • Mazar, Amihai, Archaeology of the Land of the Bible, 10.000 – 586 BCE, New York 1990.
  • Rogerson, John, Land der Bibel: Geschichte, Kunst Lebensformen (aus der Reihe Weltatlas der alten Kulturen), München 1986 (2. Auflage).
  • Schmoldt, Hans, Biblische Geschichte, Stuttgart 2000.
  • Weippert, Helga, Palästina in vorhellenistischer Zeit, (Handbuch der Archäologie, Vorderasien, Band II/I), München 1988.

 

Autor dieses Artikels:

M.Hüneburg