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Yitzhak Rabin

Yitzhak Rabin (auch: Jitzchak Rabin) war ein israelischer Politiker, Militär und zweimaliger Premierminister. Für seine Bemühungen um den nahöstlichen Friedensprozess wurde er 1994 mit dem Friedensnobelpreis geehrt. 1995 wurde er bei einem Attentat erschossen. Im Gegensatz zu Golda Meir , David Ben-Gurion und Shimon Peres wurde Yitzhak Rabin in Israel bzw. im damaligen britischen Mandatsgebiet von Palästina geboren: 1922 erblickte er in Jerusalem das Licht der Welt. Seine Eltern waren zuvor aus dem Russischen Reich eingewandert. Der Vater stammte aus der Ukraine, die Mutter aus Weißrussland. Den größten Teil seiner Kindheit und Jugend verbrachte Yitzhak Rabin in Tel Aviv. Wie viele junge Juden im britischen Mandatsgebiet Palästina verbrachte er nach seiner Schulzeit einige Zeit im Kibbuz und schloss 1941 sich der „Haganah“, der paramilitärischen Vorgängerorganisation der späteren israelischen Streitkräfte, an. Der Zweite Weltkrieg warf damals seine Schatten bis nach Nahost. Wie Moshe Dayan , schloss sich auch Rabin einer alliierten Freiwilligentruppe an, die in den Libanon einmarschierte. Der Libanon war nach der Besetzung Frankreichs durch die Wehrmacht von der mit Deutschland verbündeten Vichy-Regierung kontrolliert. Mit der Unabhängigkeitserklärung von 1948 wurde aus den Streitkräften der Haganah die offizielle Armee Israels. Sie kam gleich zum Einsatz, denn der Arabisch-Israelische Krieg begann mit vorrückenden Truppen aus den benachbarten Ländern. Für die Israelis war dies ein Unabhängigkeitskrieg, in dem sich zeigen sollte, ob Israel eine Chance auf Bestand und Souveränität hat oder nicht. Yitzhak Rabin selbst war zuerst als Kommandant einer Einheit, die sich von Tel Aviv nach Jerusalem vorkämpfte, im Einsatz. Dann leitete er Kommandoeinsätze im Westjordanland. Auch nach dem Krieg blieb er der Armee treu. 1949 nahm er als an einer israelischen Delegation für diplomatische Verhandlungen mit Ägypten teil. 1964 wurde er zum Chef des israelischen Generalstabs und somit zum obersten Truppenkommandeur des Landes ernannt. Als solcher trug er maßgeblich Verantwortung für die Siege während des Sechstagekrieges von 1967, wofür ihm in Israel großer Respekt gezollt wurde. Ein Jahr nach dem Sechstagekrieg wechselte Yitzhak Rabin vom militärischen in den diplomatischen Dienst und wurde als Botschafter seines Landes in die USA gesandt. Rabin nutzte seine Präsenz in Washington, um wichtige Kontakte zu US-amerikanischen Politikern und Industriellen zu knüpfen. Diese Kontakte waren wichtig für die Aufrüstung der israelischen Streitkräfte mit amerikanischen Waffen. 1974 wurde Rabin in die Knesset , ins israelische Parlament, gewählt. Dort wurde er 1974 zum Arbeitsminister ernannt und noch im selben Jahr zum Parteivorsitzenden der zionistisch-sozialistischen Arbeiterpartei gewählt, der er angehörte. Schon wenige Monate später, im Sommer 1974, trat er als Nachfolger von Golda Meir das Amt des Premierministers an, das er bis 1977 bekleidete. Während seiner Zeit als Premierminister war er maßgeblich an den Friedensverhandlungen mit Ägypten beteiligt. Die Ägypter wollten die Rückgabe der Sinaihalbinsel erreichen, die im Sechstagekrieg von Israel besetzt wurde. 1977 trat er als Premierminister und Parteivorsitzender zurück. Nachdem seine Partei bei der Wahl 1977 unterlag, widmete sich Rabin der Oppositionsarbeit. Von 1984 bis 1990 kehrte er als Verteidigungsminister in die Regierungsverantwortung zurück. Von 1992 bis 1995 war er gleichzeitig Premier- und Verteidigungsminister. Zu den nachhaltigsten Erfolgen seiner zweiten Amtszeit als Premierminister gehörte sein Beitrag zum Friedensprozess in Nahost. Dazu gehörten der offizielle Friedensvertrag mit Jordanien und das Abkommen von Oslo, bei dem Palästina einen offiziellen Autonomiestatus zugesprochen bekam. Zur Würdigung des Osloer Abkommens wurden die wichtigsten Verhandlungsteilnehmer, Yitzhak Rabin, Shimon Peres und Jassir Arafat, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Jedoch wurde das Abkommen nicht überall in Israel willkommen geheißen. Es gab eine lautstarke Opposition, die Rabin entgegenhielt, den Palästinensern zu weit entgegen gekommen zu sein. Rabin weigerte sich dieser Opposition zuzustimmen und sprach sich mehrfach für eine Fortsetzung des Weges des Friedens und der Völkerverständigung. Am 4. November 1995 wurde Yitzhak Rabin bei einer Friedenskundgebung in Tel Aviv von einem rechtsradikalen ultrareligiösen Juden namens Yigal Amir mit einer halbautomatischen Maschinenpistole beschossen. Rabin wurde zweimal getroffen und starb noch am selben Tag im Krankenhaus an den Folgen der Schüsse. Er wurde, wie viele prominente Israelis, auf dem Herzlberg in Jerusalem bestattet.

Autor dieses Artikels:

M.Hüneburg