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Flavius Silva

Er war der Eroberer von Masada: Flavius Silva , im 1. Jahrhundert n. Chr. römischer Feldherr und Konsul, war maßgeblich an der Niederschlagung jüdischer Widerstandbewegungen in Palästina beteiligt und befehligte die 10. Römische Legion bei der Belagerung und Eroberung der als uneinnehmbar geltenden Felsenfestung am Toten Meer. Es war eine unruhige Zeit, als Lucius Flavius Silva Nonius Bassus (geboren im Jahre 40 im italienischen Urbs Salvia) nach Palästina kam. Jüdische Aufständische und Widerstandskämpfer setzten den römischen Besatzern zu. Silva hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eine ansehnliche Militär- und Beamtenlaufbahn hinter sich. Doch nun stand er seiner größten Herausforderung gegenüber. Im Jahre 73 trat er das Amt des Gouverneurs von Judäa an. Und somit übernahm er die Verantwortung für die Befriedung eines unbeugsamen Volkes. Zwar war der Kern des Volksaufstandes schon im Jahre 70, also drei Jahre zuvor, niedergeschlagen worden. Doch einzelne Gruppen setzten ihren Widerstand fort. Letzte Zuflucht war die als uneinnehmbar geltende Festung von Masada. Die Festung von Masada lag auf dem hohen Felsplateau eines gigantischen Tafelberges am Toten Meer. Die Felswände waren steil und unzugänglich. Nur 960 Menschen hatten sich dort verschanzt, darunter auch Frauen und Kinder. Eigentlich hätte man sie dort oben in Ruhe lassen können, ohne dass die römische Herrschaft über Judäa dadurch ernsthaft gefährdet wäre. Doch Rom wollte ein Exempel statuieren. Ein erfolgreicher Widerstand der Rebellengruppe auf dem Tafelberg hätte sich im Lande herumgesprochen und den Herrschaftsanspruch Roms als unbesiegbare Militärmacht in Frage gestellt. Darum war Flavius Silva gezwungen, reinen Tisch zu machen und dem Treiben endgültig ein Ende zu setzen. Ihm stand die komplette 10. Legion, die berühmte Legio X Fretensis, zur Verfügung. Sie war einst im Jahre 40 v. Chr. von Octavian, der später als Kaiser Augustus in die Weltgeschichte einging, aufgestellt worden. Im römischen Bürgerkrieg von 36 v. Chr. hatte sie sich in mehreren Schlachten bewährt. Auch in der Schlacht bei Actium im Jahre 31. v. Chr., als Octavian die Truppen von Marcus Antonius und Kleopatra schlug, war sie beteiligt. Aus dieser Schlacht kam Octavian als Sieger hervor und erklärte sich daraufhin zum Imperator. Seitdem war die 10. Legion als Kampftruppe in zahlreichen Kriegen eingesetzt worden, bis sie schließlich nach Palästina verschifft wurde, wo sie im Kampf gegen den jüdischen Aufstand zum Einsatz kam. Insgesamt kann man mit 5.000 bis 6.000 Legionären und rund 4.000 Hilfssoldaten rechnen, die nun für Silva bei der Festung von Masada bereitstanden. Demgegenüber standen die 960 Freiheitskämpfer auf dem Tafelberg. Sie hatten genügend Proviant und Wasser und fühlten sich anfangs geschützt und sicher. Silva plante eine langfristige Belagerung. Er ließ den Berg von einem Belagerungswall umschließen, um die Rebellen von Nachschub und Unterstützung abzuschotten und sie am Ausbruch oder heimlichen Flucht zu hindern. Nach monatelanger Belagerung gingen die Römer dazu über, an der Westseite eine riesige Rampe zu errichten. Über diese Rampe wurden Belagerungsmaschinen an die Mauern der Festung geführt. Als die jüdischen Widerstandskämpfe ihre Niederlage einsahen, begingen sie kollektiven Selbstmord, um der Sklaverei zu entgehen. Im Jahre 81 n. Chr. kehrte Flavius Silva nach Rom zurück und wurde dort Konsul. In seiner Heimatstadt Urbs Salvia wurde er als Patron verehrt und wirkte dort als Stifter und Bauherr. Sein genaues Todesdatum ist unbekannt. Im berühmten Kinofilm „Masada – Der letzte Kampf um die Festung des Herodes “ von 1984 wurde Flavius Silva vom britischen Schauspieler und Oskarpreisträger Peter O’Toole (bekannt aus „Lawrence von Arabien“) gespielt. Autor dieses Artikels:

M.Hüneburg