Kulturreisen suchen

Früheste Hinreise

...

Späteste Rückreise

...
(?)

Golanhöhen im syrisch-israelischen Grenzgebiet

Die Golanhöhen sind international bekannt wegen ihrer strategischen Lage im syrisch-israelischen Grenzgebiet. In friedlichen Zeiten ist die Berg- und Hügellandschaft eine sehenswerte Naturregion.


Video zu den Golanhöhen - © STERN TOURS

Vom See Genezareth braucht man nur wenige Kilometer nach Nordosten fahren, und schon befindet man sich auf den Golanhöhen. Die Landschaft steigt zunächst auf ein etwa 1000 Meter hohes Plateau an. Weiter nach Nordosten erheben sich schließlich die höheren Gebirgszüge. An der nördlichen Grenze zu Syrien ragt das Gebirgsmassiv des Hermon in den Himmel. Die höchste Erhebung des Gebirges befindet sich im syrisch-libanesischen Grenzgebiet und misst 2814 Meter über dem Meeresspiegel. Auf israelischer Seite misst der höchste Punkt 2224 Meter.

Historisch-politische Bedeutung der Region

Im Altertum lebten in dieser dünn besiedelten Region hauptsächlich syrisch-aramäische Stämme, zeitweise auch Juden aus Galiläa. Im Mittelalter war die Landschaft hauptsächlich von syrischen Arabern und Drusen besiedelt. Seit 1900 gab es erste Siedlungsneugründungen jüdischer Einwanderer.

Nach dem Ersten Weltkrieg und gemäß des Sykes-Picot-Abkommens von 1916 waren die Golanhöhen zunächst Teil des britischen Mandatsgebiets Palästina. 1923 wurde es der Verwaltung des französischen Mandatsgebiets unterstellt und somit Teil Syriens, das 1946 unabhängig wurde. Dieser Status Quo blieb auch nach der Unabhängigkeit Israels 1948 und dem israelisch-arabischen Krieg unangetastet. Im Sechstagekrieg von 1967 konnte Israel die Golanhöhen besetzen.

Ab 1981 wurde das Gebiet der israelischen Zivilverwaltung unterstellt und somit praktisch annektiert. Die Zahl der jüdischen Siedler auf diesem Gebiet ist permanent angestiegen. Die Golanhöhen sind nicht nur militärstrategisch bedeutsam, weil man von dort die israelische Ebene beobachten und beschießen kann, sondern auch wirtschaftlich besonders wichtig, da wegen des Regens und der Schneeschmelze das Süßwasser des Sees Genezareth und des Jordans von dort gespeist wird. Die wichtigen Quellflüsse sind der Banyas und Hasbani, deren Wasser Syrien vermehrt für sich selbst nutzen wollte. Im Grenzstreifen zwischen den Golanhöhen und Syrien ist heute eine militärische Pufferzone eingerichtet worden, die von Soldaten der UNO überwacht wird.

Wandern im Golangebiet

Die schöne Landschaft lädt zum Trecking und Wandern ein. Dabei ist zu beachten, dass man auf den dafür vorgesehen Wanderwegen und Straßen bleibt. Die örtlichen Tourismuscenter bieten Land- und Wanderkarten an. Wer sich außerhalb der Wanderwege durch die Wiesen bewegt, riskiert auf eine Mine zu treten!

Wichtige Ausflugsziele im Gebiet der Golanhöhen

Alpine Berglandschaften und Wintersportgebiete warten auf den Besucher im Hermon-Gebirge ganz im Norden des Gebietes. Sehenswert sind auch Banyas Quellen und die Burg Nimrod, wo einer der drei Quellflüsse des Jordan entspringt. Historisch interessant sind die Ausgrabungen von Tel Dan.

Autor dieses Artikels:

M.Hüneburg