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Geographie Israels und Palästinas - Zwischen Mittelmeer und Jordan.

Israel liegt auf der asiatischen Seite der Landbrücke, die Südwestasien mit Nordostafrika verbindet. Umgeben ist Israel von den Staaten Ägypten (im Westen), Libanon (im Norden), Syrien (im Nordosten) und Jordanien (im Osten). Damit ist Israel komplett von Staaten der arabischen Liga und von arabisch sprechenden Bevölkerungen eingekreist. Naturräumlich wird das moderne Staatsgebiet im Osten vom Fluss Jordan und dem Toten Meer und im Westen vom Mittelmeer begrenzt. Im Südwesten geht die Landschaft der israelischen Negevwüste in die Landschaft der Wüste Sinai über. An der südlichen Spitze des Landes liegt am Roten Meer die israelische Hafenstadt Elat gegenüber dem arabisch-jordanischen Akaba. Von Nord nach Süd erstreckt sich das Land über eine Länge von 470 km. Die Ostwestdehnung des Landes misst an seiner breitesten Stelle 135 km und seiner schmalsten gerade mal nur 15 km. Die größten Städte sind Jerusalem (Yerushalayim, 729.100 Einwohner), Tel Aviv Jaffa (385.500 Einwohner) und Haifa (267.000 Einwohner). Die größte Stadt innerhalb der palästinensischen Autonomiegebiete ist Gaza (409.680 Einwohner). Insgesamt leben 6.924.000 Menschen auf israelischem Staatsgebiet und 3.626.000 Menschen in den palästinensischen Autonomiegebieten.

Landschaft am Toten Meer

Für seine verhältnismäßig geringe Fläche (Staatsgebiet Israels: 20.991 km², palästinensische Autonomiegebiete: 6.020 km², israelisch besetzte Golan-Höhen: 1.176 km²) ist das Land geographisch sehr vielfältig. Die ganze Negevregion südlich von Beersheba ist Fels-, Geröll- und Gebirgswüste. Die westliche Küstenregion ist relativ flach und wird nur von den Hügeln des Karmelgebirges bei Haifa unterbrochen. Hier, zwischen Tel Aviv und Haifa, liegt auch die mediterran-fruchtbare Scharon-Ebene, wo auch die größte Bevölkerungsdichte ist. Die zentralen Regionen Israels sind von Hügelland, Hochebenen und Mittelgebirgen bestimmt. Die durchschnittliche Höhe in dieser Region schwankt zwischen 500 und 700 m über dem Meeresspiegel. Die höchste Erhebung in Galiläa ist der Berg Meron mit 1208 m. In dem von Israel und Syrien umstrittenen Grenzgebiet der Golanhöhen ist es der Berg Hermon mit 2184 m. Zählt man die von Israel besetzten Golanhöhen zum Staatsgebiet hinzu, wäre dies die höchste Erhebung des Landes. Die höchsten Berge im Süden sind die Felsmassive des Ramon (1035 m) und des Saggi (1006 m) in der Negev-Wüste.

Auf der Höhe von Haifa und Nazareth wird die Hügellandschaft von der großen Jezreel-Ebene unterbrochen, die sich von West nach Ost in die Hügellandschaft schneidet. Hier fließt der Kishon, ein Fluss, der im Sommer trocken liegt. Abgesehen von einigen kleinen Zuflüssen des Sees Genezareth und des Jordan sowie der Jordan selbst sind die meisten Flüsse in den Sommermonaten trockenen Bettes. Im Süden gibt es hauptsächlich Wadis, d.h. trockene Flussbetten, die nur sehr selten Wasser führen. Das größte Süßwasserreservoir Israels ist der See Genezareth im Nordosten des Landes.

Zum Osten fällt die Landschaft jäh in den Jordangraben ab. Dieser gehört, geologisch gesehen, zum nördlichen der Teil des Großen Ostafrikanischen Grabenbuchs, der sich über mehr als 6000 km bis nach Ostafrika erstreckt. In der Nähe des Toten Meeres ist die Landschaft so tief in die Erdkruste geschnitten, dass von der Tal-Perspektive her gesehen die schroffen Berge und Felsplateaus an ihren Rändern höher wirken, als sie vom Meeresspiegel gemessen tatsächlich sind. Das abflusslose Tote Meer , in das der Jordan mündet, liegt mit seiner Wasseroberfläche (!) 418 unter dem Meeresspiegel, ist somit der am tiefsten gelegene See der Erde. Der Salzsee hat eine Fläche von mehr als 1000 km² und ist, von der Wasseroberfläche aus gemessen, bis zu 397 m tief), wobei seine Fläche und Wasservolumen wegen der hohen Verdunstungsrate stetig schrumpft.

Wegen der Brückenlage zwischen Asien und Afrika war die Region in ihrer Geschichte oft Durchgangsstraße fremder Heere und Eroberer. Die Lage zwischen den Ländern, Mächten und Landmassen und die Beschaffenheit des Landes evozierte eine spannungsreiche und wechselvolle Geschichte.

(Demographische Angaben nach Fischer-Weltalmanach, Ausgabe 2008)

Autor dieses Artikels:

M.Hüneburg