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Flora und Fauna – Pflanzen- und Tierwelt

Trotz seiner geringen Größe ist Israel ein vielfältiges und kontrastreiches Land. Auf verhältnismäßig geringer Fläche gibt es nicht nur Landschafts- und Klima unterschiede, sondern auch Variationen der Tier- und Pflanzenwelt. Jede Region hat ihre eigenen besonderen Biotope. Dabei schwankt, je nach Bevölkerungsdichte, der Anteil von Naturlandschaft oder Kulturlandschaft.

Die am stärksten bevölkerte Region ist die Küstenebene am Mittelmeer. Hier wurde insbesondere nach der Staatsgründung Israels das Land intensiv kultiviert und erfolgreich bewirtschaftet. Einen großen Anteil an der Kultivierung des Landes haben die Kibbuzim, die landwirtschaftlichen jüdischen Genossenschaftssiedlungen. Heute wird viel subtropisches Obst und Gemüse angebaut und ein Teil davon nach Europa exportiert. Angebaut werden unter anderem Wassermelonen, Galiamelonen, Orangen, Pampelmusen, Zitronen, Weintrauben, Pfirsiche, Äpfel, aber auch Avocados, Auberginen, Gurken, Tomaten und Paprika. Zwischen den Agrarflächen gibt es kleinere Wälder (im Norden) und Grasflächen mit mediterranen Kräutern und Dornsträuchern. Im Gebüsch kann man manchmal Maurische Landschildkröten entdecken oder vorbeiwieselnde Ichneumons (Mangustenart) auf ihrer Jagd beobachten. Im Geäst der Bäume und Sträucher hört und sieht man an kleinen Vögeln Distelfinken und Rötelschwalben. In Parks und Obstgärten sieht man auch den Bülbül, eine seltene Vogelart des Mittleren Ostens. Zwischen den Steinen krabbelt die eine oder andere Mittelmeertarantel.

Weniger als 10 Prozent Israels sind bewaldet. Trotz großer Aufforstungsbemühungen in den letzten 50 Jahren und Millionen von Baumpflanzungen gibt es kaum größere zusammenhängende Wälder. Es gibt verschiedene mediterrane Laub und Nadelbäume, insbesondere verschiedene Zedern- und Kiefernarten, aber auch Pinien, Eukalypten, Tamarisken, Akazien und in den bewässerten Ebenen Datteln. Von den historischen Eichenwäldern im Norden des Landes ist fast nichts geblieben. An der Grenze zum Libanon beginnt vereinzelt Bergwalregion.

Die Landschaften der Negev-Wüste weisen unterschiedliche Biotope auf. In den höheren Ebenen des Zentralnegevs herrscht Trockensteppe vor. Hier leben zwischen den vereinzelten Pistazienbäumen und Dornenstrauchgewächsen viele Dorkasgazellen, Feldhasen und als deren Jäger vereinzelte Wölfe. Im trockenheißen Avara-Tal, das sich entlang des geologischen Grabens vom Toten Meer bis zum Golf von Akaba zieht, findet man in der Nähe der vereinzelten Akazien und Trockensträucher Edmigazellen und Hyänen. Afrikanische Wildkatzen jagen des Nachts quirlige Wüstenspringmäuse und Sandrennmäuse. Tellergroße und überaus schnelle, aber glücklicherweise ungiftige Walzenspinnen erschrecken manchmal die Besucher durch ihre schiere Monstrosität. Skorpione lauern im Schatten der Steine und Felsspalten. Daher sollte man sich in der Mittagshitze nicht auf den nächsten Stein setzten, ohne vorher nachgeschaut zu haben, ob sich das eine oder andere Tier darunter verbirgt. In den Wadis und an den Felsklippen sieht man gelegentlich noch den Nubischen Steinbock (Ibex) herumklettern.

Israel liegt auf der asiatischen Seite der Landbrücke, die Südwestasien mit Nordostafrika verbindet. Diese Landbrücke wird auch von Millionen Zugvögeln genutzt, die zum Winterhalbjahr von Westasien und Europa nach Afrika fliegen, um dort zu überwintern. So kommt es zur Herbst- und Frühjahrssaison zu ungewöhnlichen Ansammlungen großer Vogelarten: Schreiadler, Steppenadler, Schwarzmilane, Sperber, Bussards, Schwarzstörche und Weißstörche, alle in großer Anzahl.

Die Mittelmeerküste wird intensiv von der Fischerei bewirtschaftet. Der Fischfang ist hier überaus ertragreich. Gefangen werden unter anderem Makrelen, Tintenfische, Barben, Sardinen, Thunfische, Barsche und Meeräschen. Seitdem der Kanal von Suez das Rote Meer mit dem Mittelmeer verbindet, werden auch häufiger tropische Fische gefangen. So haben die Fischer ab und zu eine Indische Königsmakrele im Netz, die sonst im Roten Meer und Indischen Ozean lebt.

Am Roten Meer gibt es weniger Fischereibetrieb. Aber dafür bieten die Korallenriffe, artenreiche Unterwasserbiotope, Unterwasserparadiese für Taucher. Zwischen den riesigen Korallenstöcken kann man eine kunterbunte Welt der tropischen Fische entdecken: blau-gelb gestreifte Kaiserfische, runde Kugelfische, blau-grüne Papageienfische, gold-schwarze Wimpelfische, leuchtendrote Juwelen-Zackenbarsche, bunte Clownfische und Doktorfische. Auch große und gefährlichere Meerestiere wie Rochen, Haie und Muränen halten sich in Riffnähe auf.

 

Autor dieses Artikels:

M.Hüneburg