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Eilat am Roten Meer

Sonne, Meer und Strand. Israel hat zwei Hauptferiengebiete, die die Träume sonnenhungriger Badetouristen erfüllen: zum einen die Küste des Mittelmeeres und zum anderen Eilat am Roten Meer. Eilat (der hebräische Name wird auch mit „Elat“ oder „Elath“ umschrieben) ist die südlichste Stadt Israels. Sie hat die Vorzüge ganzjährigen Sonnenscheins, warmer Temperaturen, wilder Wüstenlandschaften und tropischer Korallenriffe.


Video zu Eilat - © STERN TOURS

Eigentlich ist es verwunderlich, dass Eilat gegen die Mittelmeerstrände und Urlaubspartymeilen von Tel-Aviv, Nethanja und Naharija als Ferienort konkurrieren kann. Denn die Stadt liegt völlig abseits, ganz im Süden des Landes, abgeschnitten durch Negevwüste. Der kurze Küstenstreifen, den Israel am Roten Meer für sich beanspruchen kann, ist gerade einmal elf Kilometer lang.

Doch der Vorteil von Eilat liegt klar auf der Hand. Das ganze Jahr scheint hier die Sonne. Selbst, wenn es im Winter an der Mittelmeerküste bewölkt und regnerisch ist, können die Reisegäste in Eilat ihren Badeurlaub bei fast 20 Grad Celsius und Sonnenschein genießen. Im Frühjahr sind die Wasser- und Lufttemperaturen geradezu ideal. Das Wasser ist so warm, dass trotz des subtropischen Klima s tropische Korallenbänke entstanden sind. Im Hochsommer kann es allerdings an einigen Tagen bis zu 40 Grad Celsius heiß und sehr schwül werden.

Der Badetourismus ist eine der wichtigsten Einnahmequellen der fünfzigtausend Einwohner zählenden – und weiterhin schnell wachsenden – Stadt. Der Überseehafen von Eilat ist von großer wirtschaftlicher Bedeutung, ist er doch die einzige direkte Verbindung Israels zum Roten Meer. Eilat hat keine richtige Altstadt, denn sie ist eine moderne Stadtgründung. Historische Sehenswürdigkeiten werden hier auch nicht erwartet. Die Stadt verspricht vielmehr Amüsement und Badeerholung. Von der Strand-Bar bis zum gemütlichen Café lässt Eilat keine Wünsche offen. Das Nachtleben ist bunt und berühmt. Neue Hotels schießen wie Pilze aus dem Boden. Sie werden immer größer, moderner und prächtiger. Die glitzernden Hotelbauten vor dem Hintergrund der rauen Wüstenlandschaft erinnern an Las Vegas und entsprechen nicht jedermanns Vorstellung vom „Orient“. Mehrere Shopping-Malls laden zum Einkaufsbummel ein. Konsum ist angesagt. Weil Eilat als Freihandelszone deklariert ist, kann man hier angeblich Schnäppchen schlagen. Nachts droht an manchen Orten Dauerbeschallung. Denn ab Sonnenuntergang ist Party angesagt. Sowohl die israelische als auch die angereiste Jugend aus Übersee feiert in Eilat ausgelassen durch die ganze Nacht, um am nächsten Morgen am Strand lange auszuschlafen.

Im Zentrum von Eilat gibt es eine Lagune, die in die Stadt hineinragt. Nur wenige Minuten Gehweg östlich davon befindet sich der städtische Yachthafen mit den Vorzeigebooten der israelischen High Society. Ebenfalls nahe am Stadtzentrum gelegen, lädt der Freizeitpark Kings City Eilat Familien zum Erlebnistag ein. Er wirkt ein bisschen wie Disneyworld im Bibellook, hat aber alles, um kleine und große Kinder den ganzen Tag bei Laune zu halten.

An der Küste von Eilat gibt es viele schöne Badestrände. Je näher die Strände am Stadtzentrum sind, desto belebter sie. Hier feiern junge Menschen gern Beach Party, flanieren am Strand, flirten oder sonnen sich dunkelbraun. Laute Musik kann die Erholung mindern. Im Süden der Stadt liegen die schöneren und ruhigeren Strände. Es gibt freie Strände und solche mit Eintritt. Die eintrittspflichtigen Strände bieten mehr Komfort und liegen näher an den schönen Riffstellen. Völlig einsame Meeresbuchten ohne Badegäste findet man allerdings nicht. Im Hintergrund erheben sich die felsigen Berge der Gebirgswüste. Am anderen Ufer kann man Akaba und die jordanische Küste sehen.

Für Wassersportfreunde hat Eilat viel Unterhaltung zu bieten. Nicht nur Taucher kommen auf ihre Kosten. Zum Angebot gehört: Segeln, Surfen, Wasserski, Bootsausflüge und vieles mehr. Ausflüge mit dem Geländewagen in die Negevwüste sind eine willkommene Abwechslung zum Strandleben.

Ausflüge

Ein besonderes Familienerlebnis ist ein Ausflug ins Tierreservat Hai Bar beim Kibbuz Yotveta, rund vierzig Kilometer nördlich von Eilat. Hier sieht man die Tierwelt der Negevwüste oder zumindest, wie sie in historischen Zeiten dort einst bestand. Neben den weißen Oryx-Antilopen, Wildeseln, Wölfen und Wüstenfüchsen überraschen die Leoparden und Strauße, die man für diese Region eigentlich nicht erwartet hätte. Tatsächlich gibt es aber noch wilde Leoparden in der Oasenlandschaft von Ein Gedi am Toten Meer. Die Tiere im Tierreservat von Hai Bar kann man nicht so nah wie im Zoo sehen, denn sie können frei herumlaufen. Wenn man Pech hat und zur Mittagszeit kommt, haben sich die meisten Tiere im Schatten versteckt. Der Kibbuz Yotveda ist übrigens ein Paradebeispiel für den landwirtschaftlichen Pioniergeist der Kibbuzniks. Nachdem sie eine Wüstenquelle entdeckt hatten, schufen die Siedler ein Oasenparadies und brachten sprichwörtlich die Wüste zum Blühen. Der Kibbuz ist bekannt für seinen Obst- und Gemüseanbau.

Zu bestimmten Jahreszeiten, insbesondere im Frühjahr und Herbst, ist das internationale Vogelbeobachtungszentrum einen Besuch wert. Hierzu muss man wissen, dass die Zugvögel auf ihrem jährlichen Flug von Europa nach Afrika und zurück immer der Küste entlang fliegen. Dies bedeutet, dass die meisten Zugvögel über die Straße von Gibraltar oder eben über Israel nach Afrika fliegen. Das Vogelschutzgebiet, wo die Zugvögel rasten, ist ein Paradies für professionelle Ornithologen und private Hobbyvogelbeobachter.

Besonders lohnenswert für einen Ganztagesausflug ist der rund dreißig Kilometer entfernte Timna-Wüstenpark. Er besticht durch faszinierende Felslandschaften, bizarre Gesteinsformationen und archäologische Fundstätten aus der Zeit der Pharaonen. Berühmt sind die als „Säulen Salomons“ bezeichneten natürlichen Felssäulen.

Das Roten Meer und der Golf von Akaba

Das Rote Meer, das Afrika und Arabien trennt, erstreckt sich über eine Länge von mehr als 2200 Kilometern von Nordwesten nach Südosten. Über den Suezkanal ist es mit dem Mittelmeer und über die Meeresstraße von Bab el-Mandab mit dem Indischen Ozean verbunden. Im Norden spaltet die Halbinsel Sinai das Meer in den Golf von Suez und den Golf von Akaba.

Die Israelis nennen den Golf von Akaba auch Golf von Eilat. Er trennt die Sinaihalbinsel von Arabien. Der Golf ist rund 180 Kilometer lang und nie breiter als etwa 30 Kilometer. Vier Staaten grenzen an den Golf: Israel, Jordanien, Saudi-Arabien und Ägypten. Im Gegensatz zum Persischen bzw. Arabischen Golf, dass im wesentlichen Umberschwemmungsgebiet und flaches Meer ist, handelt es sich beim Golf von Akaba geologisch gesehen um die Fortsetzung des Afrikanischen Grabenbruchs, der sich durch Ostafrika und das gesamte Rote Meer zieht. Daher ist das Meer im Golf von Akaba an manchen Stellen bis zu 1800 Meter tief.

Im Vergleich zu anderen großen Meeren hat das Rote Meer mit knapp über vier Prozent einen relativ hohen Salzgehalt. Das liegt an der hitzebedingten Wasserverdunstung am geringen Wasseraustausch mit dem Indischen Ozean. Das Wasser am Strand von Eilat ist in der Regel klarer als an der israelischen Mittelmeerküste und die Brandung weniger stark.

Tauchen im Roten Meer

Die Korallenriffe des Roten Meeres zählen zu den bedeutendsten Tauschrevieren der Welt. Die typischen Fische, die man als Taucher häufig antrifft, sind Kaiserfische, Papageienfische, Zackenbarsche, Doktorfische, Kugelfische, Wimpelfische, Meeresschildkröten und kleine Weißspitzen-Riffhaie. Die Riffe eignen sich auch fürs Schnorcheln. Tauchschulen bieten Einstiegskurse für Anfänger an. Der Israelische Korridor zum Roten Meer ist schmal. Das einzige Tauchgebiet mit Korallenriff ist das Coral Beach Nature Reserve. Dies liegt südlich der Stadt, unweit der ägyptischen Grenze. Einen ersten Einblick in die Unterwasserwelt bietet der Under Water Observatory Marine Park. Schon von weitem grüßt sein weißer Beobachtungsturm. Hier kann man trockenen Fußes durch das Meer gehen, denn das Observatorium geht zehn Meter tief ins Wasser. Durch dicke Glasscheiben eröffnet sich ein Blick in die Welt der Korallen und Meerestiere. Für Nichttaucher und Familien mit Kindern ist eine Fahrt mit dem Glasbodenboot ideal. Das tolle an der Unterwasserwelt des Roten Meeres ist, dass die Fische und Korallen schon dicht unter der Wasseroberfläche zu bewundern sind. Tiefer geht es mit einem großen gelben Unterseeboot, das eigens für Touristen konzipiert wurde. Rund sechzig Meter tief gehen die Tauchfahrten mit diesem U-Boot.

Wer im Laufe seines Urlaubs bereits mehrfach am Korallenriff von Eilat entlang getaucht ist, alles gesehen hat und nun größere Meerestiere beobachten möchte, kann vom Hotel aus Ausflüge zu den ägyptischen Küstenorten entlang des Golfes unternehmen. Dort ist die Chance größer, auch die größeren Meerestiere wie Delphine, Graue Riffhaie, Mantas usw. im offenen Meer zu beobachten.

Ausflüge nach Ägypten

Eilat ist der ideale Ausgangsort für Ausflüge auf die Halbinsel Sinai. Die Sinaihalbinsel war ab 1967 von Israel besetzt und wurde mit dem ägyptisch-israelischen Friedensvertrag von 1979 Schritt für Schritt an Ägypten zurückgegeben. 1982 verließen die letzten israelischen Truppen den Sinai. Wenn die politische Situation es zulässt, bieten die meisten Reiseveranstalter, aber auch die Hotels vor Ort, eintägige oder mehrtägige Ausflüge dorthin an. Taucher, die in Eilat die Hausriffe und Reviere bereits ausführlich ausgekundschaftet haben und sich eine Steigerung wünschen, werden in der Umgebung von Sharm el-Sheikh und Dahab erstklassige Tauchwelten vorfinden. Wer nicht soweit fahren will, kann auch auf Taba ausweichen. Der Ort liegt nahe der israelischen Grenze und kann mit dem Bus angefahren werden. Vor Taba liegt eine Insel mit einer Kreuzritterburg aus dem Mittelalter. Die Wüste Sinai mit ihren hohen Bergen und wilden Schluchten ist an sich schon ein lohnenswertes Reiseziel. Sehr empfehlenswert sind Ausflüge zum Berg Sinai, auf dem Moses die zehn Gebote empfangen haben soll, und zum weltberühmten orthodoxen Katharinenkloster, dem UNESCO-Weltkulturerbedenkmal an der Stelle, an welcher Moses den brennenden Dornbusch gefunden haben soll. Eine mysteriöse Tempelruinenstätte aus der Zeit der Pharaonen wartet in Serabit el-Chadim auf die Besucher. Die Anlage ist mehr als dreitausend Jahre alt und liegt in pittoresker Felslandschaft. Die arabischen Beduinen des Sinai haben sich dem Tourismus angepasst und bieten Kameltouren an.

Ausflüge nach Jordanien

Von Eilat kann man Ausflüge ins Nachbarland Jordanien unternehmen. Zu Jordanien gehört, ebenso wie zu Israel, nur ein kleiner Küstenabschnitt des Roten Meeres. Berühmt ist Eilats Nachbarstadt Akaba bzw. Aqaba, nach welcher der Meeresgolf benannt ist. Sie ist eine uralte arabische Hafenstadt und seit jeher ein bedeutendes Handelszentrum. Schon im Altertum war sie das Tor zum Roten Meer. In der griechischen-römischen Antike war sie unter dem Namen Berenike bekannt. Berühmt wurde sie durch den Film „Lawrence von Arabien“, denn hier griffen die arabischen Aufständischen den wichtigsten Hafenstützpunkt des Osmanischen Reiches am Roten Meer an. Heute ist Akaba für Jordanien, was Eilat für Israel ist: einzige Hafenstadt am Roten Meer und touristisches Urlaubszentrum. Ebenso bekannt aus dem Film „Lawrence von Arabien“ sind die atemberaubenden Wüstenlandschaften von Wadi Rum. Von Eilat bzw. von Akaba liegt diese einzigartige Naturlandschaft nur 60 bis 70 Kilometer entfernt. Die Reisen den genießen hier die Gastfreundschaft der Beduinen und die einsame Wildnis in der Wüste. Ebenso weltberühmt wie Akaba und das Wadi Rum ist die Ruinenstätte Petra. Die rund zweitausend Jahre alte Hauptstadt des antiken Volkes der Nabatäer gilt als eine der schönsten archäologischen Stätten der Welt, gleichauf mit der verlassenen Inkastatt Machu Picchu in Peru oder den Pyramiden von Giza in Ägypten. Neben den Häusern und Wohnbauten, einem Theater sowie den Zisternen und Aquädukten sind es insbesondere die einmaligen, in den Fels geschlagenen Fassaden der großen Grabkultanlagen, die Petra Weltruhm verschafft haben. Durch eine enge Felsschlucht kommend, präsentiert sich gleich zu Beginn der Wüstentallandschaft dem Besucher eine prunkvolle Fassade in Form eines griechischen Tempels. Man muss kein Hobbyarchäologe sein, um dem Charme dieser einzigartigen Ruinenlandschaft zu erliegen.

Saudi-Arabien

Von Eilat ist es nicht weit bis zur saudischen Küste. Doch sind aus politischen Gründen keine Ausflüge nach Saudi-Arabien möglich. Die Einreise ist in der Regel für Touristen verboten, besonders wenn sie aus Israel anreisen wollen.

Autor dieses Artikels:

M.Hüneburg