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Akko – Türkisches Bad

Bad des Pascha (arabisch: Hammam el-Basha) ist der Name des alten Thermalbades in der Altstadt von Akko . Heute ist dort ein Museum untergebracht. Beeindruckend sind die alte Architektur und die Lichteffekte durch Glasöffnungen in den Kuppeln. Das Bad befindet sich direkt südlich der Zitadelle und Kreuzfahrerstadt.


Video zum Türkisches Bad in Akko von innen - © STERN TOURS

Historischer Hintergrund

Das orientalische Dampfbad, auf Arabisch Hammam genannt, ist ein Erbe der römischen Thermalbadkultur. Die ganze Levante gehörte einst zum Römischen Reich, dann zum Byzantinischen Reich. Mit den Römern wurden die orientalischen Städte römischen Standards angepasst. Zur guten Infrastruktur einer römischen Stadt gehörte unter anderem auch ein ordentliches Thermalbad mit Schwitzräumen und Wasserbecken zum Abkühlen. Diese Tradition wurde im frühen Mittelalter von den Arabern übernommen und setzte sich bis in die Zeit des Osmanischen Reiches fort.

Das Hammam von Akko wurde im 18. Jahrhundert unter der Schirmherrschaft des Paschas Ahmed Jezzar errichtet, von dem auch die gleichnamige Moschee der Stadt stammt. Unter seiner Ägide entwickelte sich Akko von einem unbedeutenden Fischerdorf wieder zu einer bedeutenden Hafenstadt, die an den Glanz früherer Zeiten anknüpfte. Ein Hamman war zu jener Zeit nicht nur ein prestigeträchtiges Gebäude, sondern auch ein Treffpunkt für die Elite der Stadt, die beim Schwitzen, Baden und Teetrinken Privates und Geschäftliches austauschte.

Zum Bau des Hammams wählte man den Ort, an dem schon zur Zeit der Römer und Kreuzfahrer alte Badehäuser standen. So konnten die zum Teil noch erhaltenen Heizungskellerinstallationen erneut Verwendung finden, auf denen das neue Bad errichtet wurde. Es nicht ganz klar, wie viel der Architektur wirklich aus dem 18. jahrhundert stammt und wie viel ältere Baustrukturen der Vorgängerbauten restauriert und integriert wurden. Nach alter Tradition wurde die heiße Luft vom Heizraum mittels Tonröhren unter die Warmbäder geführt. Dieses Bodenheizungsprinzip war eine römische Erfindung.

Heutiges Museum

Um dem Museumsbesucher einen lebendigen Eindruck von der orientalischen Badekultur zu vermitteln, hat man nicht nur die Innenräume ansprechend restauriert und renoviert, sondern auch mit lebensgroßen Figuren ausgestattet, die Badbesucher imitieren sollen. So wird der Besucher zum stillen Beobachter eine Badszene.


Video zu den Innenräume eines Türkischen Bads in Akko - © STERN TOURS

Der gesamte Komplex des Hammams besteht im Grunde aus drei Raumgruppen. Der größte Raum ist der von einer hohen Decke und Kuppel bedeckte Ruhe-, Aufenthalts- und Umkleideraum. Auf Podesten saßen die Badegäste, bereiteten sich innerlich auf das Schwitzbad vor oder erholten sich nach dessen Besuch. In der Mitte dieses Raumes plätscherte ein Brunnen.

Durch einen langen Gang gelangten die Badegäste in die Räume zur Reinigung. Hier traf es sich, dass römische Vorstellungen zu Sauberkeit und islamische Reinigungsriten durchaus Gemeinsamkeiten hatten. Insgesamt sind es vier Reinigungsräume.

Herz des Hammams war schließlich das Caldarium, das heiße Schwitzbad. Es besticht durch seine schöne Innenarchitektur mit oktogonalem Zentralbereich und einem von acht Säulen getragenen Umgang. Hinzu kommen vier kleine Eckräume mit separaten kleinen Kuppeln.

Die herrlichen Mosaiken und die Lichtspiele, die durch die kleinen Glasluken im Kuppeldach entstehen, verleihen dem Bad eine gemütliche und entspannte Atmosphäre.

Autor dieses Artikels:

M.Hüneburg