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Akko – Templertunnel

Ein bedeutender Kreuzritterorden waren die Templer. Sie hatten in Akko eine eigene Festung ganz im Süden der Stadt an der Seemauer. Von der Templerfestung ist kaum noch etwas erhalten. Doch im Jahre 1994 wurde ein unterirdischer Fluchttunnel der Templer entdeckt, der einst von ihrer Festung zum Hafen führte.


Video zum Templertunnel in Akko - © STERN TOURS

Der Templerorden wurde während des ersten Kreuzzugs gegründet, um die adligen Ritter zu einer Kampfeinheit mit christlichen und mönchischen Idealen zusammenzuschweißen. Ursprünglich waren die Ritter des Templerordens auf dem Tempelberg in Jerusalem stationiert. Der Name des Ordens verweist auf den einstigen Ort des Salomonischen Tempels auf dem Tempelberg. Innerhalb von hundert Jahren war der Templerorden zu einer großen Institution mit Einfluss herangewachsen. Es gab Templerordensburgen überall im Heiligen Land und sogar in Europa, insbesondere in Frankreich und Spanien. Nach der Eroberung Jerusalems durch Sultan Saladin im Jahre 1187 verlegten sie ihr Hauptquartier nach Akko. Hier blieben sie bis zum Schluss im Kampf gegen die Mameluken und räumten ihre Festung erst im Jahre 1291. Die Templer verteidigten ihre Festung bis zum bitteren Ende, nachdem die anderen Kreuzritter bereits gefallen oder vor der Übermacht der Mameluken geflohen waren. Vermutlich wurde beim endgültigen Abzug der Templer auch der Fluchttunnel genutzt. Zumindest konnte der Großmeister der Templer mit einigen seiner Mannen und dem Ordensschatz durch den Tunnel zum Hafen fliehen und mit einem Schiff nach Sidon segeln. Damit gehörten die Templer zu den letzten Kreuzrittern, die das Heilige Land verließen. Aus Furcht vor seinem wachsenden Einfluss in Europa, wurde der Templerorden 1312 durch den Papst aufgelöst.

Rund 350 Meter ist der Tunnel lang. Er führte von ihrer Festung im Westen der Stadt durch die Erde unter dem Stadtviertel italienischer Händler zum Hafen an der östlichen Seite der Landzunge von Akko. Seine Bestimmung war klar: Die Templer hatten erkannt, dass sie im Falle einer Belagerung leicht und von ihren Schiffen im Hafen abgetrennt werden konnten und somit an der letzten Fluchtmöglichkeit übers Meer gehindert waren. Um dies zu verhindern, war der mit Tonnengewölben überdachte Tunnel gegraben worden. Zwar lag die Festung selbst an der Südwestspitze des mittelalterlichen Akko und somit direkt am Wasser. Die Schiffe jedoch konnten nur im, vor der Brandung sicheren, Hafen an der Ostseite der Landzunge im Schutze der Bucht ankern.

Manche Tunnelabschnitte sind durch den anstehenden Fels geschlagen worden. Andere Abschnitte sind durch die Erde gegraben und mit Steinblöcken gewölbeartig gestützt worden. Die Entdeckung des Tunnels war eine archäologische und bauhistorische Sensation. Heute ist der Tunnel elektrisch beleuchtet und mit einem Holsteg versehen, so dass ihn auch Touristen besuchen und besichtigen können.

Autor dieses Artikels:

M.Hüneburg