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Akko – Altstadt und Hafen

Fast alle historischen Sehenswürdigkeiten Akko s befinden sich im Bereich der Altstadt, die mit ihren Bauten, Gassen und Gärten zu den schönsten in Israel gehört. Das heutige Bild der Altstadt stammt größtenteils aus dem 18. Jahrhundert, als die Region zum Osmanischen Reich gehörte und die Paschas von Palästina Akko zu ihrer Residenzstadt machten. Unterhalb der Bauten aus osmanischer Zeit ruhen noch die Fundamente und unterirdischen Anlagen der mächtigen alten Kreuzritterstadt, die nach dem Fall von Jerusalem Hauptstadt des Kreuzfahrerreiches im Heiligen Land wurde.


Video zu Akko - eine alte Hafenstadt im Westen Israels - © STERN TOURS

Skizze der Altstadt von Akko
Akko - Stadtmauer am Hafen

Die Altsstadt von Akko beeindruckt vor allem durch ihre Festungsbauten aus osmanischer Zeit, die auf den Fundamenten der alten Kreuzfahrerfestungen errichtet wurden. Besucher werden bereits am nördlichen Rande der Altstadt den großen Mauern, Bastionen und Befestigungsanlagen begegnen. Drei Straßen führen in die Altstadt, zwei von Norden und eine von Osten. Einen guten Eindruck der nördlichen Befestigungsanlagen vermittelt ein Spaziergang entlang der Wallpromenade. Neben der nördlichen Stadtmauer, die von Festungsturm Burj el-Kommander auf der Landseite bis zum Burj Kurajim auf der Meerseite reicht, gibt es noch eine östliche und eine westliche Seemauer, gegen die die Brandung des Meeres schlägt.

Zitadelle und Kreuzfahrerstadt

Ebenfalls aus der Zeit des Osmanischen Reiches stammt die Zitadelle im Norden der Altstadt. Der größte Teil der ca. 40 Meter hohen Zitadelle wurden im späten 18. Jahrhundert unter Pascha Ahmed Jezzar errichtet. Eine besondere Sehenswürdigkeit befindet sich unterhalb der Zitadelle. Hier sind noch unterirdische Anlagen der einstigen Johanniterfestung erhalten. Die Johanniter waren, wie die Templer und der Deutsche Orden, ein Kreuzritterorden. Alle drei Orden waren in Akko mit Rittern und eigenen Festungsanlagen präsent. Die Johanniter (Selbstbenennung nach Johannes dem Täufer) wurden auch Hospitaliter genannt. Damit nahm man Bezug auf ihre Bemühungen, sich um Kranke und Verletzte (zunächst unter den Pilgern und anderen Kreuzfahrern) zu kümmern und in ihre Räumlichkeiten aufzunehmen. Ihre Kleidung war eine einfache Mönchskutte. Die kämpfenden Ritter hatten als Schildwappen ein weißes Kreuz auf rotem Grund. (Die Templer hatten ein rotes Kreuz auf weißem Grund und der Deutsche Orden ein schwarzes Kreuz auf weißem Grund.)

Wie die anderen Festungen aus der Kreuzfahrerzeit, wurde die Johanniterburg nach der Eroberung durch die Mameluken im Jahre 1291 zerstört. Übrig gebliebene Reste wurden beim Bau der osmanischen Zitadelle eingeebnet und die letzten unterirdischen Gänge vollends zugeschüttet, um als festes Fundament für den Neubau zu dienen.

Heute sind Teile der dunklen unterirdischen Gänge, Gewölbe, Hallen und Kammern wieder ausgegraben und können begangen werden. Sie vermitteln einen Eindruck von der hervorragenden Baukunst des Mittelalters. Die Anlagen sind für den Tourismus mit begehbaren Wegen und ausreichender Beleuchtung hergerichtet. Im Norden der unterirdischen Anlagen hat man sieben schmale Rittersäle ausgegraben. Daran schließen sich Gänge und ein sogenannter „Grand Munir“ an, bei dem es sich vermutlich um eine große Wirtschafts-, Vorrats- und Verwaltungshalle handelt. Von dort zweigt ein großer Speise- oder Zeremoniensaal ab, dessen Kreuzgewölbe von drei mächtigen Rundsäulen getragen werden. Ein schmaler Gang führt zur sogenannten „Bosta“, bei der es sich um die Gebäudereste einer mittelalterlichen Karawanserei handelt, die später in den Festungsbau der Johanniter integriert wurde. Wegen bauhistorischer Untersuchungen und Restaurierungen, kann es vorkommen, dass nicht alle Bereiche begehbar sind.

Anmerkung: Archäologische Forschungen und bauhistorische Untersuchen in Akko führen immer wieder zu sensationellen Entdeckungen unterirdischer Gebäudereste und Gewölbe aus der Kreuzfahrerzeit. Es ist davon auszugehen, dass weitere Teile der alten Stadt unterhalb der osmanischen Gebäude erforscht werden und am Ende große Gebiete der Altstadt unterhöhlt sind.

Alljährlich finden in den Ruinen der Kreuzfahrerzeit historische Feste statt, die auch für die Touristen ein unterhaltsames Highlight sind.

In den Gebäudeteilen der Zitadelle des Ahmed Jezzar befindet sich ein kleines Museum. Die Festung wurde während der osmanischen Herrschaft und britischen Mandatsherrschaft als Gefängnis genutzt. Zu den Insassen gehörten auch Anhänger der jüdischen Unabhängigkeitsbewegung.

Der Templertunnel

Als unterirdischer Fluchttunnel für die Ritter des Templerordens geplant, führte er von ihrer Kreuzfahrerfestung zum Hafen. Der Templertunnel wurde erst 1994 entdeckt und seitdem für Touristen zugänglich gemacht.

 


Video zum Templertunnel in Akko - © STERN TOURS

Ahmed-Jezzar-Moschee

Die schönste und größte Moschee in Akko sowie größte Moschee Israels außerhalb von Jerusalem ist die weiße Moschee des Paschas Ahmed Jezzar, die im Jahre 1781 fertig gestellt wurde. Im Zeitgeist des Osmanischen Reiches ahmt sie den Stil der großen Moscheen Istanbuls nach, wie der Blauen Moschee oder der Hagia Sophia, die wiederum in der Tradition byzantinischer Kirchenarchitektur stehen. Wichtigstes Merkmal sind die großen Bögen, die mächtige Hauptkuppel und die schlanken Minarette. Die Ahmed-Jezzar-Moschee hat nur ein Minarett mit grüner kegelförmiger Spitze. Die große Kuppel leuchtet im Sonnelicht grünblau. Ihre Wände sind weiß gekalkt. Die Eingangsseite präsentiert sich mit einem Säulengang (acht Säulen) und fünf kleinen grünen Kuppeln.

Der begrünte und mit Palmen bepflanzte Innenhof des Moscheebereichs ist von Arkaden mit kleinen weißen Kuppeln umgeben. Im Kellergewölbe der Ahmed-Jezzar-Moschee befindet sich ein Wasserreservoir, das schon in der Antike genutzt wurde.

Nichtmuslimen ist es erlaubt, außerhalb der Gebetszeiten die Moschee zu besichtigen. Das Innere ist größtenteils weiß gehalten, unterbrochen von braunen Steinplatten und blauen Spruchbändern. Auf dem Boden liegen rote Teppiche.

Die wichtigste Reliquie in der Moschee sind Barthaare, die angeblich dem Propheten Mohammed gehört haben sollen. Es geht die gruselige Legende um, Ahmed Pascha habe Baukonstrukteure, Arbeiter und Ingenieure, die beim Bau der Moschee große handwerkliche Fehler gemacht haben, lebendig begraben lassen. Diese Legende wurde höchstwahrscheinlich durch seinen Ruf als grausamer Despot genährt, den er bei der muslimischen, insbesondere aber bei der nicht-muslimischen Bevölkerung genoss.

Der Hafen von Akko

Die kleinen Jachten und Boote, die im malerischen Hafen von Akko vor Anker liegen, täuschen über die historische Bedeutung des Hafens hinweg. Seit der Antike war dies einer der wichtigsten Häfen Palästinas. Im Schutze der Landzunge und Bucht lagen im Altertum phönizische und ägyptische, in der klassischen Antike persische, griechische und römische Galeeren und im Mittelalter die Segelschiffe der Kreuzfahrer und italienischen Händler vor Anker.

Tipp: In der Altstadt von Akko gibt es mehrere gute Fischrestaurants. Genießen Sie bei angenehmer Meeresbrise ein Abendessen mit orientalischer Küche und frisch gefangenem Fisch.

Die Karawansereien und Bazare von Akko

Zum Stadtbild vieler orientalischer Altstädte gehören die Karawansereien und Bazare, die mit dem Handel entstanden sind, von dem insbesondere die Hafenstädte und die Städte an den Karawanenrouten profitierten.

Das Türkische Bad

In der Tradition der antiken Thermen steht das Hamman, das arabisch-türkische Badehaus. Es war ein wichtiges gesellschaftliches Zentrum. Das alte Hamman in Akko ( Türkisches Bad ) ist heute zu einem Museum umfunktioniert.


Video zu Innenräume eines Türkischen Bads in Akko - © STERN TOURS

Kirchen in Akko

In Akko gibt es einige Kirchen, die aber nur wenige hundert Jahre alt sind. Allerdings stehen sie auf den Trümmern und Fundamenten älterer Vorgängerbauten aus der Kreuzfahrerzeit: so die Kirche des Heiligen Georg in der Mitte der Altstadt (in der Nähe des Bahai-Hauses) und die Kirche des Heiligen Andreas. Auch das Franziskanerkloster am Khan el-Afrandschi gründet auf dem Fundament eines Vorgängerklosters aus dem Mittelalter. Während der Zeit der Kreuzfahrerstaaten sollen in Akko an die sechzig Kirchen gestanden haben. Damals hatte Akko eine geschätzte Einwohnerzahl von rund vierzigtausend Menschen.

Autor dieses Artikels:

M.Hüneburg