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Akko die Hafenstadt

Ein besonderes Flair aus Kreuzfahrerstadt und Orient umgibt die uralte Hafenstadt Akko . Die mehrheitlich arabisch geprägte Altstadt mit ihren Stadtmauer n, Festungsbauten, Toren, Moscheen, Minaretten, Klöstern, Kirchen, Bazaren und alten Hafenanlagen ragt auf einer Landzunge weit ins Meer hinaus. Das wunderbar erhaltene Altstadtensemble wurde 2001 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Akko gehört zu den schönsten Städten Israels.


Video zu Akko - eine alte Hafenstadt im Westen Israels - © STERN TOURS

Akko - Ruinen der Stadtmauer n und Moschee des Ahmed Jezzar

Im Gegensatz zu Tel Aviv und Haifa besticht Akko (international und historisch auch Acre oder Akkon genannt) vornehmlich durch seine historische Altstadt, die jährlich das Ziel von Tausenden Touristen ist. Im pittoresken Hafen liegen traditionelle Fischerboote und moderne Segelschiffe vor Anker. Die Brandung schlägt gegen die äußere Seemauer. Von den alten Stadtbefestigungsanlagen genießt man den weiten Blick aufs Mittelmeer. Haifa liegt auf der anderen, südlichen Seite der Bucht. Die modernen Stadtteile Akkos schließen sich im Norden an und südöstlich entlang der Bucht. Akko ist von Tel Aviv etwa 120 Kilometer (ca. anderthalb Stunden Autofahrt) und von Jerusalem rund 170 Kilometer (zwei Stunden Autofahrt) entfernt. Ein Besuch Akkos kann idealer Weise mit einem Ausflug nach Haifa (Entfernung ca. 25 Kilometer Autostrecke) verbunden werden. Allerdings sind die Sehenswürdigkeiten in Akko so zahlreich, dass es sich lohnt, mindestens einen ganzen Tag für ihre Besichtigung einzuplanen. Es lohnt sich, die Atmosphäre der Altstadt und Hafenanlagen entspannt zu genießen.

Geschichte von Akko

Besiedelt war die Gegend der Stadt spätestens seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. Früh erscheint die Stadt in historischen Dokumenten. Sie war ein Teil des alten Kanaan. Akko gehört zudem zu jenen altpalästinischen Städten, die schon Anfang des 2. Jahrtausends v. Chr. in den altägyptischen Hieroglyphentexten erwähnt wurden. Es handelt sich um alte rituelle Ächtungstexte, in denen ausländische Orte als Feinde bezeichnet und verflucht wurden. Von Beginn an war Akko eine Hafenstadt, die wie die Städte des Libanon vom Seehandel zwischen der Levante, Ägypten und der Ägäis profitierte. Der natürliche Hafen mit seiner Bucht und Landzunge bot hierzu die idealen Bedingungen. Im 15. Jahrhundert v. Chr. wurde Palästina von den ägyptischen Pharaonen erobert. Akko gehört zur Liste jener Städte, die Pharao Thutmosis III. in seinem Eroberungsbericht aufzählt. Ein Jahrhundert später wird Akko im Rahmen jener diplomatischen Korrespondenz erwähnt, die Pharao Echnaton (Amenophis IV.) mit den Städten des Vorderen Orients pflegte. Es handelt sich um Tontafeln mit akkadischen Keilschrifttexten. Akkadisch war zu jener Zeit die internationale Handels- und Diplomatiesprache im Nahen und Mittleren Osten.

Ein erstens künstlerisches Stadtbild von Akko ist ein altägyptisches Tempelrelief aus dem späten 13. Jahrhundert v. Chr., das Pharao Ramses II bei der Eroberung der Stadt zeigt. Schon damals schien Akko eine stark befestigte Stadt gewesen zu sein, denn man erkennt auf dem Bild Mauern und Bastionen. Ab dem 10. Jahrhundert v. Chr. gehörte Akko ebenso wie Tyros, Byblos und Sidon dem phönizischen Siedlungs- und Kulturbereich an. Wie die anderen Städte sowohl der phönizischen als auch palästinischen Region musste sich die Stadt im 8. und 7. Jahrhundert v. Chr. gegen die Assyrer erwehren, die zur damaligen Zeit die Hegemonialmacht im Vorderen Orient waren. Im 6. Jahrhundert v. Chr. war die Stadt kurzzeitig Teil des babylonischen Machtbereiches. Im Jahre 532 v. Chr. wurde Akko von Kambyses erobert. Damit war sie Teil des Persischen Reiches, das sich zu jener Zeit von Ägypten und der Ägäis im Westen bis zum Indus im Osten erstreckte. Die persische Herrschaft hinderte die Stadt nicht an der Fortsetzung des Seehandels. Im Gegenteil machten sich die Perser die Hafenstädte, ihre Seefahrer und Schiffswerften zunutze, um eine persische Flotte für das Mittelmeer aufzubauen.

Das Jahr 332 v. Chr. war für Akko der Beginn der hellenistischen Zeit. Es war das Jahr, in dem die Stadt von Alexander dem Großen erobert wurde. Akko hatte Glück. Während das nördlich gelegene Tyros von Alexander zerstört wurde, konnte Akko ungeschoren davon kommen. Es konnte sogar durch die Schwächung der anderen phönizischen Städte profitieren und sich zu einer noch bedeutenderen Handelsstadt entwickeln.

Nach Zerfall des Alexanderreiches wurde Akko Teil des Hoheitsgebietes des Ptolemäerreiches. Die Ptolemäer beherrschten Ägypten und Teile der südlichen Levante. Akko wurde zu jener Zeit in Ptolemais umbenannt. Wie in jener Epoche üblich, wandelte sich in Akko das Stadtbild von einer altorientalischen zu einer typisch hellenistischen Stadt mit der entsprechenden Architektur und Stadtgrundgrissstruktur. Mächtigster Gegner des Ptolemäerreiches war das Reich der Seleukiden, ebenfalls ein hellenistischer Staat, das sich über Syrien und Mesopotamien erstreckte. Palästina und der Libanon waren zwischen beiden Reichen umstrittene Gebiete. Es gab zwischen 274 v. Chr. und 168 v. Chr. insgesamt sechs blutige Kriege, „Syrische Kriege“ genannt, mit zum Teil monumentalen Schlachten um die Vorherrschaft in der Levante. Die Ausgänge dieser Kriege wurden von allen Anrainerstaaten des Mittelmeeres mit Besorgnis verfolgt und tangierten schließlich die Expansionspolitik Roms, als Makedonien ein Bündnis mit dem Seleukidenreich einging.

Im Verlauf des fünften Syrischen Krieges kam Akko unter die Oberherrschaft der Seleukiden. König Antiochus III. konnte während dieses Krieges (202 bis 195 v. Chr.) Palästina vollständig erobern. Damit war auch Akko bzw. „Ptolemais“ in seleukidischer Hand und wurde in „Antiochenes“ umbenannt.

Die zahlreichen Kriege hatten das Seleukidenreich stark geschwächt. Nach dem letzten Syrischen Krieg (170 bis 168 v. Chr.) brach in Judäa der Widerstand der Makkabäer aus. Im Zuge der Auseinandersetzungen zwischen den jüdischen Rebellen und der seleukidischen Besatzungsmacht kam es zum tragischen Ereignis, dass der Hohepriester Jonathan, Bruder des Judas Makkabäus, im Jahre 142 v. Chr. vom Seleukidenkönig Diodotos Tryphon nach Akko in eine Falle gelockt, dort eingekerkert und schließlich hingerichtet wurde.

Je schwächer das Seleukidenreich wurde, desto stärker wurde der Einfluss Roms auf die Levante. Im Jahre 64 v. Chr. war der Rest des Seleukidenreiches unter der römischen Kontrolle gebracht, und der römische Feldherr Pompejus zog mit seinen Legionen nach Palästina. Auf diesem Weg geriet auch Akko (das inzwischen wieder in „Ptolemais“ umbenannt wurde) unter römische Oberherrschaft, allerdings mit weitgehender Autonomie als freie Handelsstadt. Die Hafen- und Festungsanlagen von Akko bzw. „Ptolemais“ waren natürlich auch den Römern nützlich. So nimmt es nicht Wunder, dass Julius Caesar mit seiner Flotte in Akko ankerte und dort seine Legionen an Land gehen ließ, um durch Palästina zu marschieren. Ptolemais blieb die wichtigste Hafenstadt der Region. Bedeutende Personen der damaligen Zeitgeschichte, wie Kleopatra, König Herodes oder Octavian, der spätere Kaiser Augustus, besuchten die Stadt. In spätrömischer und byzantinischer Zeit entwickelte sich in Akko eine bedeutende Christengemeinde.

Im Jahre 636 n. Chr. wurde Akko von den Arabern erobert. Zur Zeit, als die frühen Kalifen in Damaskus residierten, war Akko eine der wichtigsten Hafenstädte des neuen islamischen Weltreiches, dass im bald von Marokko und Spanien im Westen bis nach Vorderindien im Osten reichen sollte. Von Akko aus begannen die Araber den Handel im östlichen Mittelmeer zu kontrollieren.

Dann kam die Kreuzfahrerzeit. Im Jahre 1103 wurde Akko von einem Kreuzritterheer belagert, das jedoch erfolglos wieder abzog. Erst ein Jahr später, 1104, konnte Akko durch einen koordinierten Angriff von Land und zur See erobert werden. Den Kreuzfahrern standen Flottenverbände aus Genua hilfreich zur Seite. Italienische Stadtstaaten wie Genua, Venedig oder Pisa profitierte enorm vom Seehandel der Kreuzfahrerstaaten mit Südeuropa, der hauptsächlich über die Hafenstädte Jaffa und insbesondere über Akko abgewickelt wurde. Akko wurde zu einem Wirtschaftszentrum, in dem orientalische Waren gegen westliche Produkte gehandelt wurden, wo arabische Karawanenhändler auf italienische Kaufleute stießen. Es entstand eine multikulturelle Metropole, in der Europäer und Orientalen, Christen, Muslime und Juden gemeinsam und nebeneinander lebten und wirtschafteten. Die Epoche der Kreuzfahrerstaaten war für Akko eine Blütezeit.

In der Endphase der Kreuzfahrerzeit war Akko Ort blutiger Gemetzel. 1187 wurde sie von den Truppen des ägyptisch-syrischen Sultans Saladin eingenommen. Das war für die Kreuzfahrerstaaten ein mindestens ebenso schwerer Schlag, wie der Verlust Jerusalems im selben Jahr. Denn Akko war das strategische Zentrum der Kreuzfahrer und Dreh- und Angelpunkt des Seehandels mit Europa, der für die wirtschaftliche Aufrechterhaltung der Kreuzfahrerstaaten unerlässlich war. Doch in den Jahren 1189 bis 1191 konnten die Kreuzritter die Stadt nach Verstärkung ihrer Truppen aus verschiedenen Teilen Europas, langer Belagerung und verlustreichen Kämpfen zurückgewinnen. Rechtzeitig waren neue Flotten aus Europa und die Könige Richard Löwenherz von England und Philipp II. August vo Frankreich mit ihren Rittern eingetroffen, um schließlich die Kreuzfahrer siegreich zum Durchbruch zu verhelfen.

Im Jahre 1228 landeten die Truppen des römisch-deutschen Kaisers Friedrich II. mit einer Flotte in Akko. Vom hier aus sollte die Rückeroberung des Heiligen Landes beginnen. Doch der Kaiser verließ sich auf die Diplomatie und konnte vom Sultan al-Malik al-Kamil per Vertag die für das Christentum bedeutsamen Orte Jerusalem, Bethlehem und Nazareth zurückerhalten. Doch 1244 fiel Jerusalem wieder an die Araber. Schließlich schrumpfte das Gebiet der Kreuzfahrer auf ein kleines Territorium zusammen. Nur noch wenige Küstenstädte wie Akko, Tyros, Beirut und Sidon, interessanterweise alles Orte, die einst phönizische Handelsstädte waren, blieben in der Hand der Kreuzritter. Sie wurden durch italienische Handelsschiffe versorgt um am Leben gehalten. 1291 fiel Akko als letzte Bastion. Mit der verlustreichen Eroberung Akkos durch die Mameluken unter Sultan Baibar von Ägypten im Jahre 1291 endete die Zeit der Kreuzfahrerstaaten im Heiligen Land.

Weil Akko von den Arabern als Hort und Symbol des Kreuzrittertums angesehen wurde, ließ Sultan Baibar die Stadt zerstören und ihre Befestigungen schleifen. Akko fiel in Bedeutungslosigkeit. Erst dreihundert Jahre später, zur Zeit der Osmanenherrschaft, entwickelte sich der Ort wieder zu einer Hafenstadt, die jedoch nicht an die alte Bedeutung anknüpfen konnte.

Im 18. Jahrhundert erlebt Akko noch mal eine kleine späte Blütezeit. Die türkischen Paschas, die als Statthalter die Provinz Palästina verwalteten, machten Akko zu ihrer Residenzstadt. Die heute noch erhaltenen Stadtmauern und viele Gebäude der heutigen Altstadt von Akko stammen aus dieser Zeit. Besonders unter Ahmed Jezzar (Amtszeit als Pascha von 1775 bis 1805) wurden große Teile der Stadt wieder aufgebaut. Von ihm stammen auch das berühmte türkische Bad der Stadt sowie die nach ihm benannte Ahmed-Jezzar-Moschee.

Die neuen Befestigungsmauern wurden nur wenige Jahre nach ihrer Fertigstellung einer ersten Feuerprobe ausgesetzt. Denn Napoleon Bonaparte, der 1798 mit seinen Truppen in Ägypten gelandet war, zog mit diesen 1799 nach Palästina, um gegen die Mameluken vorzugehen. Doch die Verteidiger von Akko wurden von See aus von der britischen Flotte unterstützt. Großbritannien und Frankreich lagen zu jener Zeit im Krieg miteinander. Napoleon musste aufgeben und nach Ägypten zurückkehren.

Im 19. Jahrhundert gehörte Akko weiterhin offiziell zum Osmanischen Reich, zwischendurch zum Herrschaftsgebiet des Vizekönigs von Ägypten. Ende des 19. Jahrhunderts liefen andere Hafenstädte Akko den Rang ab. Haifa, das auf der anderen Seite der Bucht liegt, nahm Akkos Stellung als Hafenstadt und Handelszentrum ein.

Aus dem Akko jener Zeit stammte Shoghi Effendi (geb. 1897 in Akko, gest. 1957 in London), eine wichtige Persönlichkeit der Bahai-Religion, die wiederum auf den Stifter Bahaullah (geb. 1817 in Persien, gest. 1892 in Akko) zurückgeht. In Haifa befindet sich heute das Zentrum der Bahai-Religion, die weltweit mehr als 7 Millionen Anhänger hat.

Heute leben in Akko rund 50.000 Menschen. Der arabische Teil der Stadtbevölkerung konzentriert sich besonders in der Altstadt, die bis heute ihr orientalisches Flair bewahrt hat.

Sehenswürdigkeiten

Die historischen Sehenswürdigkeiten befinden sich in der UNESCO-geschützten Altstadt, mit ihren Stadtbefestigungen, Moscheen sowie der Zitadelle und Kreuzfahrerstadt und dem türkischen Bad des Ahmed Jezzar. Sehenswert sind auch die Khane ( Karawansereien ) und Souks (Bazare) sowie der alte Hafen und der Fluchttunnel der Templer.

Autor dieses Artikels:

M.Hüneburg