Iranische Atombombe: Israel denkt an Krieg
Israel hat die Sanktionen der Europäischen Union gegen den Iran begrüßt. Ab Juli wird die EU kein Öl mehr von den Persern kaufen. Mit diesem Schritt sollen die Iraner dazu gebracht werden, ihr Atomprogramm, das nach westlicher Auffassung darauf zielt, eine A-Bombe zu bauen, aufzugeben. Israels Geheimdienstminister Dan Meridor lobte die EU für diese Entscheidung im heimischen Rundfunk und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich noch einige andere Staaten diesem Schritt anschließen mögen. Zugleich betonte der Regierungsmann, dass es eine wachsende internationale Koalition gebe, die ernsthafte Schritte zur Eindämmung des iranischen Atomprogramms unternehmen würden.
Israel sieht sich durch eine iranische Atombombe ganz besonders bedroht, weil es immer wieder Stimmen aus dem Iran gibt, die offen erklären, der jüdische Staat müsse „ausgelöscht“ werden. In Tel Aviv wurde in den vergangenen Wochen deshalb schon ernsthaft darüber diskutiert, im Notfall im Alleingang iranische Atomanlagen anzugreifen, um auf diese Weise die Gefahr zu beseitigen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte im gleichem Atemzug, dass Wirtschaftssanktionen, wenn man denn versuche, durch diese die Pläne der Iraner zu stoppen, wirklich „schmerzhaft“ sein müssten oder ansonsten sinnlos seien. Der Iran bestreitet unterdessen weiterhin, überhaupt an einer Atombombe zu bauen und erklärt, die diesbezüglichen Anlagen würden zur zivilen Energiegewinnung genutzt.