Elektrische Straßenbahn in Jerusalem eröffnet

Am 19. August 2011 wurde in der israelischen Hauptstadt Jerusalem die erste Tramlinie der Stadt zur Benutzung freigegeben. Der israelische Verkehrsbetrieb Connex Jerusalem Ltd. begann den Bau der Strecke bereits 2005. Schon 1995 verkündete der damalige Bürgermeister von Jerusalem und heutige Verteidigungsminister Ehud Olmert, in spätestens fünf Jahren könnten die Bürger mit der Inbetriebnahme der Trambahn rechnen. Dass es dann dennoch weitere 16 Jahre dauern sollte, lag vor allem an unrealistischen Plänen, nach denen auch das gesamte Wassersystem der Stadt in dieser Periode neu aufebaut werden sollte, aber auch politische Streitigkeiten, fehlende finanzielle Mittel und Planungsfehler spielten für die lange Verzögerung eine Rolle.

Die Palästinenser waren mit dem Bau der Straßenbahn von Anfang an nicht einverstanden. Weil ein Teil der Strecke durch Ostjerusalem verlaufe und in dortigen jüdischen Siedlungen haltmache, werde, so die Argumentation der PLO, die Möglichkeit, dass Ost-Jerusalem Hauptstadt eines künftigen Palästinenserstaat werden könne, unterminiert. Verschiedene Boykottaufrufe und internationale Proteste gegen die Produktionsfirma konnten das fortschrittliche israelische Projekt natürlich nicht aufhalten - nach viermaligem Verschieben des Eröffnungstermins war es am 19. August endlich so weit. Zum ersten Mal durften die Jerusalemer die Trambahn nutzen.

Die Strecke ist 13,8 Kilometer lang und hat 23 Haltestellen. Startpunkt ist 'Heil Ha-Avir, Endhaltestelle der Mount Herzl.

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