Frieden im Nahen Osten - mit 30 Jahren Anlauf zum Erfolg?
Nach jahrelanger Pause haben am gestrigen Donnerstag die ersten direkten Friedensverhandlungen zwischen Israel und Palästina begonnen. Insbesondere in der jüngeren Vergangenheit waren die Bemühungen um einen Frieden im Nahen Osten fast vollständig zum Erliegen gekommen. Ein Blick in die über 30-jährige Geschichte des Friedensprozesses zeigt die wichtigsten Stationen auf.
Bei einem Treffen unter Leitung von US-Präsident Jimmy Carter schließen Israel und Ägypten im Jahr 1978 den sogenannten "Separatfrieden von Camp David", woraufhin Israel die zuvor eroberte Sinai-Halbinsel an seinen Nachbarn zurückgibt. Nachdem Jassir Arafat, der Präsident der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO, im Jahr 1988 erstmals das Existenzrecht Israels anerkennt, nähern sich beide Seiten an und führen in den folgenden Jahren den Friedensprozess im Nahen Osten fort. Unter anderem kommt es im Jahr 1993 zum Oslo-Abkommen, das vom israelischen Premier Jitzchak Rabin und Arafat unterzeichnet wird. Am 4. November 1995 wird Rabin von einem jüdischen Rechtsextremisten in Tel Aviv erschossen, wodurch der Friedensprozess einen ersten schweren Rückschlag erleidet.
Nach mehrjähriger Eiszeit tauen die Fronten zwischen Israel und Palästina erstmals im Jahr 2005 wieder spürbar auf, als Mahmoud Abbas nach dem Tod von Arafat diesen als Präsident beerbt und seinen Willen zum Frieden mit Israel dokumentiert. Ein Jahr später feiern die radikalen Hamas einen bedeutenden Wahlsieg in Palästina, was zum Abbruch der laufenden Friedensverhandlungen führt. Nach einer israelischen Gaza-Offensive im Winter 2008/09 und dem Wahlsieg Benjamin Netanyahus im März 2009 scheint der Friedensprozess im Nahen Osten endgültig am Ende. US-Präsident Barack Obama gelingt es jedoch, Netanyahu von einem weitgehenden Siedlungsstopp in Gaza zu überzeugen und schafft damit die Grundlage für die gestern begonnenen Gespräche zwischen Israel und Palästina.